Reifen-Platzer
Formel-1-Fahrer drohen mit Boykott

Vettel & Co. wollen ernst machen: Wenn sich die Sicherheit für die Formel-1-Fahrer nicht verbessert, wollen sie das Rennen in Deutschland boykottieren. Ob es am Wochenende zum deutschen Duell kommt, ist damit unklar.
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NürburgringAlarmstufe Rot bei den Formel-1-Fahrern: Die Piloten haben aus Angst um ihr Leben unverhohlen mit einem Boykott des Deutschland-Rennens gedroht, sollten sich die Ereignisse wie zuletzt in Silverstone wiederholen.

Diese vermeidbaren Probleme mit den Reifen würden „das Leben der Fahrer, Streckenposten und Fans gefährden“, teilte die Fahrervereinigung GPDA am Donnerstagabend mit, nicht einmal drei Tage, bevor die Roten Ampeln auf dem Traditionskurs in der Eifel erlöschen sollen.

Damit greifen die Fahrer zum allerletzten Mittel, um die Dramatik der Situation deutlich zu machen. Ob es zu einem erhofften Zweikampf zwischen Weltmeister Sebastian Vettel im Red Bull und Silverstone-Sieger Nico Rosberg um den ersten deutschen Heimsieg seit sieben Jahren kommt, spielt keine Rolle mehr. Die Angst vor einem fatalen Unfall überwiegt.

„Wenn du hinter einem Wagen mit 300 Stundenkilometern bist, Teile durch die Luft fliegen und deinen Helm treffen, sind die wie Geschosse. Die killen dich wahrscheinlich“, sagte der WM-Zweite Fernando Alonso in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Das sei „absolut inakzeptabel“, kommentierte der Ferrari-Pilot die Serie von hochgefährlichen Reifenplatzern am vergangenen Sonntag in England. Dort waren in kurzer Zeit bei drei Autos die linken Hinterreifen förmlich explodiert. Kurz vor Ende des Rennens erwischte es ein weiteres Auto. Bereits im Training hatte es denselben Defekt an den Pneus gegeben.

Ausrüster Pirelli kündigte daraufhin nach einer eingehenden Fehleranalyse überarbeitete Reifen für den Großen Preis von Deutschland an diesem Wochenende an. Der Weltverband leitete Sofortmaßnahmen ein und machte auch vor Regeländerungen nicht halt, um die Sicherheit der Piloten künftig besser gewährleisten zu können.

„Wir sind dazu bereit, unsere Autos bis ans Limit zu bringen, so wie wir es immer tun, und wie es von unseren Teams, Sponsoren und Fans verlangt wird“, teilte die GPDA in der Stellungnahme am Donnerstag mit. Die Pilotenvereinigung schränkte gleich im nächsten Satz aber ein: „Die Fahrer haben sich dazu entschlossen, sich sofort von der Veranstaltung zurückzuziehen, sollten ähnliche Probleme beim Deutschland Grand Prix auftreten.“

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