Rennsport in der Krise
Wahnsinnssumme für die Formel 1

Ein US-Investor und Katar wollen die Formel 1 übernehmen: Der Deal ist noch nicht durch. Sicher ist nur, dass das Geschehen in den Hinterzimmern der Sportszene spannender ist als die Rennen der Boliden. Ein Kommentar.
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MünchenDer Formel Eins laufen die Fans davon: In Deutschland gibt’s dieses Jahr gar kein Rennen und im österreichischen Spielberg kamen am Wochenende nur noch halb so viele Zuschauer wie 2014. Das ist keine neue Entwicklung, schon seit Jahren geht es mit der bekanntesten Rennserie der Welt bergab.

Dass sich jetzt ein Eigentümerwechsel anbahnt, ist daher auf den ersten Blick eine gute Nachricht. Schließlich kann die Formel Eins frischen Wind dringend gebrauchen. Ein US-Milliardär und Katar wollen gut ein Drittel der Anteile an dem Motorsportzirkus für sieben Milliarden Euro kaufen. Ob der Deal zustande kommt ist allerdings noch völlig offen.

Fest steht hingegen, dass sich die Formel 1 wandeln muss, und zwar schnell. Die Rennen sind viel zu langweilig, die komplizierte Technik versteht kein Mensch, und das Reglement ist ein Buch mit sieben Siegeln. Gleichzeitig dominieren seit Jahren zwei, drei Teams. Der Rest fährt hinterher.

Viel schlimmer noch: Formel-1-Chef Bernie Ecclestone verweigert sich nach wie vor modernen Kommunikationswegen über die sozialen Netze. Die Rennserie erreicht deshalb Jahr für Jahr weniger junge Menschen und droht zu vergreisen.

Es ist daher höchst bemerkenswert, dass der amerikanische Unternehmer Stephen Ross und Katar jetzt sieben Milliarden für einen Minderheitsanteil auf den Tisch legen wollen. Alles in allem wäre die Formel Eins damit mehr als 20 Milliarden Euro wert. Eine Wahnsinnssumme angesichts sinkender TV-Quoten und leerer Tribünen.

Offenbar gehen die Investoren davon aus, dass sie das Spektakel wiederbeleben können. Und nicht nur das: Sie rechnen scheinbar damit, die Königsklasse des Motorsports in neue Dimensionen zu führen. Nur so lässt sich der hohe Preis ökonomisch erklären.

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