Rennsport
Krisen-Gipfel entscheidet über Formel-1-Zukunft

Am heutigen Mittwoch entscheidet sich offenbar das Schicksal der Formel 1. Zwei Tage, bevor der FIA-Weltrat die Formel 1-Regeln der Zukunft absegnen wird, treffen sich laut Medienberichten in Monte Carlo die neun Teamchefs der Formel 1 (FOTA) mit FIA-Präsident Max Mosley. Das erfuhr auto motor und sport aus Formel1-Kreisen.

MONTE CARLO. Die Teams unter dem Vorsitz von Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo werden Mosley Vorschläge machen, wie man die Finanzkrise der Formel 1 bewältigen könnte, die gerade erst das Honda-Team zum Rückzug bewegt hat. Bis auf zwei Ausnahmen sind sich die Teams in ihrem Sparprogramm einig. Wie auto motor und sport erfuhr, wollen Teams und Automobilhersteller die Laufzeit der aktuellen Motoren auf vier GP-Wochenenden ausdehnen, die Drehzahl von 19.000 auf 18.000 Umdrehungen pro Minute zurücknehmen, aber in diesem Rahmen eine kleine Entwicklung zulassen.

Teams und Hersteller plädieren zudem für ein Testverbot ab dem Saisonstart. Sie haben sich auf eingeschränkte Nutzung von Windkanalstunden pro Woche (nur noch eine Schicht statt drei, maximal ein Windkanal pro Team) und eine Reduzierung der Computerkapazitäten (20 Terra-Flops) verständigt. Mittelfristig soll die Personalstärke der Teams auf 250 Mitarbeiter heruntergefahren werden. Der Motor der Zukunft soll ab 2013 ein V6-Turbo sein.

Gerade mit diesem Vorschlag werden die Teams auf den Widerstand von Fia-Chef Mosley treffen. Der Engländer favorisiert einen Vierzylinder-Turbo. Als Grund vermuten die Hersteller, dass Cosworth so ein Triebwerk bereits in der Schublade hat. Cosworth ist Mosleys neuer Liebling. Die Motorenschmiede aus Northampton gewann die Ausschreibung für den Einheitsmotor.

Es gibt aber auch noch weiteres Konfliktpotenzial, und daran könnte die Formel 1 vielleicht zerbrechen. Die Teams wollen weiterhin Wettbewerb auf allen Ebenen, wenn auch in stark eingeschränktem Rahmen. Montezemolo hatte immer wieder betont, dass technischer Wettbewerb eine der Attraktionen des Motorsports sei.

Bei zwei Themen gehen auch innerhalb der FOTA die Meinungen auseinander: Hybridantrieb und Kundenautos. Bis auf BMW plädieren alle für eine Verschiebung von KERS auf 2010. Mosley ist strikt dagegen, er forciert massiv die Einführung des Hybridantriebs. Bis auf Williams sind alle Teams für den Einsatz von Kundenautos. Nur so könne man unter dem zunehmenden Kostendruck neue Teams in die Formel 1 locken.

In dieser Frage hat sich Mosley bereits einen Verbündeten gesucht. Um Williams auf seine Seite zu ziehen, vergab die FIA den Bau der neuen Formel 2-Autos an Williams. Wohlwissend, dass Williams zurzeit jede Einnahmequelle dringend braucht. Ein Beobachter bezeichnet das heutige Treffen gegenüber auto motor und sport als das wichtigste der Formel 1-Geschichte. „Heute entscheidet sich unser Schicksal. Entweder es gibt Krieg oder Frieden.“

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