Rennstrecke fällt aus Programm
„Sayonara Suzuka“: Abschied mit Wehmut

dpa SUZUKA. „Sayonara Suzuka“: Nicht nur für Michael Schumacher war der Abschied von einem der entscheidungsträchtigsten Orte in der Formel 1 schmerzvoll.

Der beliebte Kurs in einem zum Honda-Konzern gehörenden Vergnügungspark wird in der kommenden Saison nach 20. Grand-Prix-Rennen nicht mehr zum Programm gehören. Stattdessen heißt es dann: „Fuji Yo koso“ - „Willkommen Fuji“. Die Strecke in unmittelbarer Nähe zum weltberühmten Fujiyama wurde vom deutschen Formel-1-Architekten Hermann Tilke umgebaut und gehört dem Automobil-Riesen Toyota. Dort hatte der Österreicher Niki Lauda 1976 den vor seinem verheerenden Unfall auf dem Nürburgring sicher geglaubten WM-Titel an James Hunt (Großbritannien) verloren. Im darauf folgenden Jahr wurde der zweite und bis dato letzte Grand Prix vor den Toren Tokios ausgetragen.

Suzuka hatte seit 1987 einen festen Platz im Rennkalender von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone. Zehn Mal wurde seitdem der Titel auf dem Suzuka Circuit vergeben und anschließend in den Karaoke-Hütten neben der Strecke zum Jubelgesang angestimmt. Zwei Mal brachte auch der in den Kurs „verliebte“ Rekordweltmeister Michael Schumacher einen Titel dort unter Dach und Fach (2000 und 2003).

Mit Wehmut blickt auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug dem vorläufigen Ende der Strecke in Suzuka entgegen, die durch ihre Lage inmitten eines Vergnügungsparks einen besonderen Charme versprüht. 1998 und 1999 machte Mika Häkkinen (Finnland) im „Silberpfeil“ seine beiden WM-Titel dort perfekt. Im vergangenen Jahr raste sein Landsmann Kimi Räikkönen vom 17. Startrang noch zum Sieg. „Mit Suzuka verbinden alle im Team viele gute Erinnerungen. Die Streckenführung zählt zum Anspruchsvollsten, was die Formel 1 zu bieten hat, oft sorgt wechselndes Wetter für zusätzliche Herausforderungen und trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - ist Suzuka bei Fahrern und Teams ein sicherer Tipp für die Beliebtheitsskala“, sagte Haug.

Hinzu kommt, dass fast alle Teams im Hotel direkt an der Strecke logieren. „Es gibt kein Entkommen, für keinen und wahrscheinlich kommt es auch deshalb gelegentlich schon vor den Rennen zu Karaoke-Vorführungen in ziemlich einmaligen Besetzungen“, erzählte Haug schmunzelnd.

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