Motorsport
Rosberg und Vettel schnuppern am Formel-1-Zirkus

In Nico Rosberg und Sebastian Vettel stehen die Nachfolger von Michael Schumacher im Formel-1-Zirkus schon bereit. Der 20-jährige Rosberg könnte schon in Japan den verletzten Nick Heidfeld im BMW-Williams ersetzen.

Bereits vor einem möglichen Karriereende von Michael Schumacher drängen seine Nachfolger in den Formel-1-Zirkus. In Nico Rosberg und Sebastian Vettel stehen zwei hoffnungsvolle Talente bereits vor dem Sprung in die "Königsklasse". Für Rosberg könnte sich der Traum sogar schon bei den letzten beiden Rennen in Japan und China erfüllen. Der Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg gilt bei BMW-Williams als möglicher Ersatzmann für den verletzten Mönchengladbacher Nick Heidfeld.

"Unser Ziel ist es, Nick so schnell wie möglich wieder in den Wagen zu bekommen. Das sieht auch Frank Williams so", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen am Rande des Grand Prix von Brasilien dem Sport-Informations-Dienst (sid), fügte aber auch hinzu: "Wenn Nick nicht fahren kann, sind alle Optionen offen."

Heidfeld-Ersatz Pizzonia konnte nicht überzeugen

Heidfeld laboriert derzeit an einem Riss im Schulterblatt. Anfang nächster Woche wird sich bei einem medizinischen Check entscheiden, ob "Quick Nick" beim nächsten WM-Lauf in Suzuka starten kann. Während Testpilot Antonio Pizzonia aus Brasilien als Ersatz für Heidfeld bei den "Blauen" nicht überzeugen konnte, hat Frank Williams von Rosberg ohnehin eine hohe Meinung.

Auch Williams-Technikchef Sam Michael lobte den 20-Jährigen in Sao Paulo in den höchsten Tönen. "Nico ist ein außergewöhnlich guter, junger Fahrer. Die Eindrücke, die er bei Testfahren im Formel-1-Auto hinterlassen hat, sind bestens. Er ist ein intelligenter Bursche, der das Fachwissen offenbar von seinem Vater in die Wiege gelegt bekommen hat", sagte Michael: "Sollte Nick ausfallen, ist der Einsatz von Nico nicht unmöglich."

Rosberg hofft auf Williams-Cockpit

Sollte es in diesem Jahr für Rosberg nichts mehr mit dem Debüt in der Königsklasse werden, kann er sich aber auf jeden Fall für 2006 berechtigte Hoffnungen auf das Cockpit bei Williams machen. Weil Heidfeld nach der beschlossenen Trennung von BMW und Williams nach dieser Saison bei BMW angeheuert hat und der Brite Jenson Button nun doch bei BAR-Honda bleibt, ist noch ein Platz bei Williams frei.

"Nico steht natürlich auf unserer Liste", bestätigte Michael. Auch Stammpilot Mark Webber machte sich bereits für Rosberg als neuen Teamkollegen stark. "Nico ist jung, aber wirklich frühreif. Ich denke, dass er der Favorit für den Posten ist."

In der GP2-Serie, die als Unterbau zur Formel 1 die Formel 3 000 abgelöst hat, stellte Rosberg sein Talent bereits eindrucksvoll unter Beweis und führt dort die Gesamtwertung an. Rosberg junior hat übrigens eine deutsche Mutter und ist deshalb sowohl im Besitz der finnischen als auch der deutschen Staatsbürgerschaft. Vater Keke war 1982 Weltmeister im Williams geworden.

Erste Formel-1-Tests für Vettel

Ebenfalls mit Vorschusslorbeeren überhäuft wird der erst 18 Jahre alte Sebastian Vettel. Der Schüler aus Heppenheim wird am kommenden Dienstag seinen ersten Formel-1-Test absolvieren und im spanischen Jerez einen Fw27 von BMW-Williams steuern. "Sebastian hat sein großes Talent unterstrichen. Jetzt geben wir ihm Gelegenheit, zum ersten Mal Formel-1-Luft zu schnuppern", sagte Theissen.

BMW hatte Vettel im Dezember 2004 unter Vertrag genommen, nachdem er mit 18 Siegen in 20 Rennen überlegen die Formel BMW Adac Meisterschaft gewonnen hatte. In Deutschland gilt Vettel als die größte Hoffnung seit Rekordweltmeister Schumacher, der sich sogar ein wenig um seinen potenziellen Nachfolger kümmert.

© SID

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