RTL sieht Lokomotive abgekoppelt
Schumacher-Rücktritt reißt Riesenlücke

Mit dem Ferrari-Piloten ist einer der ganz Großen seiner Zunft abgetreten. Auf internationaler Bühne dürfte das zu kompensieren sein, doch in Deutschland ist der zuletzt ohnehin schon abflauende Formel-1-Boom wohl auf längere Sicht vorbei. Das schmerzt vor allem den Fernsehsender RTL.

dpa SAO PAULO. International dürfte sich der Verlust in Grenzen halten, zumal in Weltmeister Fernando Alonso und Kimi Räikkönen, seinem Erben bei Ferrari, potenzielle Nachfolger bereit stehen. Grand-Prix-Guru Bernie Ecclestone beurteilte das Karriereende trotz aller Wertschätzung für den Rekord-Champion aus Kerpen nüchtern. „Die Formel 1 hat jeden noch so großen Rennfahrer überlebt. Sie wird auch Schumachers Rücktritt überleben“, meint der mächtige Formel-1-Chef.

In Deutschland dürfte das Interesse jedoch schlagartig nachlassen. Ralf Schumacher, Nick Heidfeld und Nico Rosberg haben nicht die Qualität, um in die Fußstapfen des scheidenden Superstars treten zu können. Profitieren wird das verbleibende Stammpiloten-Trio vom Renn-Ruhestand der jahrelangen Nummer 1 insofern, als sich nun das öffentliche Interesse zwangsläufig stärker auf es konzentriert.

RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer erklärte: „Mit Schumacher wird quasi die Lokomotive abgekoppelt, aber wir sind zuversichtlich, dass der Zug weiter erfolgreich rollt. Die Formel 1 ist eine Marke an sich mit einem ganz eigenen Fluidum.“ Der deutsche Faktor in der Formel 1 werde auch in Zukunft ein erheblicher sein.

Der TV-Sender hat einen Zuschauer-Rückgang ohne das Zugpferd Schumacher einkalkuliert. Wie groß der Einbruch ausfallen wird, lässt sich allerdings nicht prognostizieren. Ganz so knüppeldick wie im Tennis nach dem Karriereende der Idole Boris Becker und Steffi Graf dürfte es nicht kommen. Schließlich ist die deutsche Grand-Prix-Szene mit dem Trio und viel versprechenden Talenten wie Sebastian Vettel trotz allem ordentlich aufgestellt. Hinzu kommen die Teams Mclaren- Mercedes und BMW-Sauber.

„Beim Tennis war es ein spezifisches Problem. Da gab es eine Überfütterung. Das kann man nicht 1:1 übertragen“, befürchtet Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug keine negativen Parallelen. Ralf Schumacher assistierte: „Beim Tennis war das damals anders: Nach Becker und Graf kam niemand nach.“

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