Saison 2005
Formel-1-Boss Ecclestone zieht Bilanz

Die Saison 2005 in der "Königsklasse" des Motorsports ist Geschichte. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone war mit dem Verlauf durchaus zufrieden. Der Brite feiert den Spanier Fernando Alonso als "exzellenten Weltmeister", hofft aber gleichzeitig darauf, dass Rekordchampion Michael Schumacher der Königsklasse noch lange erhalten bleibt.

"Ich hoffe, dass Michael noch lange weiterfährt. Er ist eine Marke. Michael hat Ferrari zu dem gemacht, was das Team in den letzten Jahren gewesen ist", sagte der 74-jährige Ecclestone der Sport Bild und äußerte die Hoffnung auf neue Erfolge 2006: "Ferrari wird ihm im nächsten Jahr wieder ein siegfähiges Auto hinstellen. Damit wird Michael so lange um Siege fahren, wie er will."

In dieser Saison hatte Schumacher seinen einzigen Sieg beim Skandalrennen in Indianapolis gefeiert. Trotz eines oft nicht konkurrenzfähigen Ferrari wurde er sogar noch WM-Dritter hinter Renault-Mann Alonso und dem Finnen Kimi Räikkönen im Mclaren-Mercedes.

Nur Lob für Alonso

Für den neuen Champion Alonso hat Ecclestone nur Lob übrig. "Fernando ist ein exzellenter Weltmeister, super. Etwas Besseres als Alonso als Weltmeister konnte uns gar nicht passieren. Von den jungen, aufstrebenden Fahrern ist er der, der am weitesten ist", meinte "Big Bernie" und verglich den jüngsten Weltmeister aller Zeiten (24) mit dem viermaligen Titelträger Alain Prost (Frankreich): "Fernando fährt wie Alain. Er denkt viel und macht genau das, was du zum Siegen machen musst."

Insgesamt zieht Ecclestone ein weitgehend positives Fazit der mit 19 Rennen längsten Formel-1-Saison aller Zeiten. "95 Prozent der Saison waren sehr positiv. Die restlichen fünf Prozent entfallen auf die Vorgänge in Indianapolis. Das war nicht gut für uns. Es gab viel Ärger und viele Klagen", sagte Ecclestone: "Aber so ist das halt in Amerika. Da wirst du schon verklagt, wenn du fünf Minuten nach zwölf Uhr noch "Guten Morgen" sagst."

Kosten sollen gesenkt werden

Einige Ideen hat der Brite auch, um die Kosten in der Königsklasse zu senken. "Technologie dürfen wir nicht verbieten. Aber die Geldverschwendung durch die vielen Tests muss aufhören. Doch da sind wir auf einem guten Weg. Wenn es mittelfristig nur einen Reifenhersteller gibt, sind die vielen Tests nicht mehr notwendig", meinte Ecclestone, der sich auch für eine Änderung der aktuellen Punktewertung aussprach, nach der ein GP-Sieger nur zwei Zähler mehr erhält als der Zweite (10:8): "Es muss einen größeren Anreiz für Siege geben. In diesem aktuellen Format kann es passieren, dass eines Tages jemand Weltmeister wird, ohne ein Rennen gewonnen zu haben."

Erneut Kritik übte Ecclestone an den Herstellern und deren Bestrebungen, eine eigene Rennserie zu gründen. "Die Hersteller haben die Formel 1 nicht zu dem gemacht, was sie ist. Sie haben nichts investiert und nichts riskiert", sagte er: "Statt mehr vom Kuchen zu wollen, sollten sie vom eigenen Kuchen mehr abgeben. Sollen sie doch ihre eigene Serie machen. Hier in der Formel 1 haben sie einen riesigen Vorführraum für ihre Produkte. Aber sie haben in den letzten Jahren das Fenster zu diesem Raum so zersplittert, dass man ihre Produkte nicht mehr erkennen kann. Sie schaden sich selbst."

© SID

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