Motorsport
Schumacher bleibt im Titelkampf neutral

Der entthronte Weltmeister Michael Schumacher verfolgt den Kampf um seine Nachfolge zwischen Fernando Alonso und Kimi Räikkönen als neutraler Beobachter. "Derjenige, der es am Ende schafft, der hat es auch verdient."

Obwohl Weltmeister Michael Schumacher zu Fernando Alonso und Kimi Raikkönen ein freundschaftliches Verhältnis pflegt, will sich der Ferrari-Pilot nicht an den Spekulationen um seinen Nachfolger auf dem Formel-1-Thron beteiligen. "Derjenige, der es am Ende schafft, der hat es auch verdient", sagte Schumacher vor dem Großen Preis von Belgien (Sonntag, 14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL) auf seiner Lieblingsstrecke in Spa, bei dem er selbst zum ersten Mal seit langer Zeit wohl nur eine Nebenrolle spielen wird. "Ich habe die Hoffnung, dass es noch regnen könnte oder aus irgendwelchen Gründen unsere Reifen hier passen könnten. Aber das würde sicher nicht reichen, um zu gewinnen", meinte der Ferrari-Pilot.

Alonso könnte bei optimalen Verlauf Titelgewinn perfekt machen

So steht in Spa allein das WM-Duell zwischen Renault-Mann Alonso und Mclaren-Mercedes-Pilot Räikkönen im Mittelpunkt, wobei Alonso bei 27 Punkten Vorsprung (103:76) und noch vier ausstehenden Rennen am Sonntag schon alles klar machen und zum jüngsten Weltmeister aller Zeiten aufsteigen könnte. Schumacher, der nach fünf WM-Titeln in Folge seit dem letzten Rennen in Monza auch rechnerisch keine Chance mehr auf die Titelverteidigung hat, zollt beiden "jungen Wilden" großen Respekt. "Es gibt viele Punkte, die ein Rennfahrer wie ein Puzzle zusammensetzen muss. Kimi und Alonso sind zwei Piloten, die das können und damit auch Meisterschaften gewinnen können", sagte der Kerpener.

Alonso glaubt allerdings noch nicht an die vorzeitige Entscheidung im WM-Rennen. "Es ist sehr schwierig, hier den Titel schon zu holen. Dafür müsste Kimi Räikkönen eigentlich schon ausfallen. Ich denke, wir müssen noch ein bisschen warten", sagte der Renault-Pilot. Der 24-Jährige müsste im 16. von 19 WM-Läufen vier Punkte mehr holen als sein letzter Verfolger Räikkönen, um schon in Spa die Nachfolge von Rekordchampion Schumacher anzutreten.

Bei einem Sieg von Alonso dürfte Räikkönen höchstens Vierter werden, damit die WM vorzeitig entschieden wäre. In den letzten Monaten war Räikkönen aber immer in der Lage, zu gewinnen oder zumindest auf das Podium zu fahren. Außerdem müsste Alonso für einen Sieg auch vor Räikkönens Teamkollegen Juan Pablo Montoya (Kolumbien) landen, der zuletzt in Monza gewann.

"Ich versuche immer, von Rennen zu Rennen zu denken"

Einen größeren Druck durch die bevorstehende WM-Entscheidung spürt Alonso aber nicht. "Ich versuche immer, von Rennen zu Rennen zu denken. Außerdem führe ich die Gesamtwertung ja schon seit dem zweiten Rennen an", meinte der Renault-Pilot: "Es ist möglich, nicht an den Titel zu denken. Ich konzentriere mich einfach auf das Rennen."

Verfolger Räikkönen lässt sich allerdings trotz aller Rückschläge nicht entmutigen und kündigte Alonso einen Kampf bis zur letzten Runde an. "Ich gebe nicht auf. Solange rechnerisch noch eine Chance besteht, kämpfe ich um den WM-Titel", sagte der "Iceman" im Vorfeld des Belgien-GP, fügte am Donnerstag in Spa aber hinzu: "Jeder weiß aber, dass es nicht einfach ist."

Mercedes-Sportchef Norbert Haug hat den Fahrertitel auch noch nicht abgeschrieben und sieht zudem gute Chancen, in der Konstrukteur-WM den Rückstand von acht Punkten auf Renault (136:144) noch aufzuholen. "Es gibt immer noch eine Außenseiterchance auf den Fahrertitel für Kimi und die sehr gute Möglichkeit, die WM der Konstrukteure zu holen, was für uns als Hersteller natürlich ein großes Gewicht hat", sagte Haug dem sid und versprach: "Um beide Ziele kämpfen wir mit größtem Engagement." Die Hoffnungen der "Silbernen" sind verständlich, schließlich ist der Mclaren-Mercedes das anerkannt schnellste Auto der Formel 1.

© SID

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