Schumacher blickt schon auf 2006
Renault stellt den Schampus schon mal kalt

Im Renault-Lager wird nichts dem Zufall überlassen. Erstaunlich viele Champagnerflaschen sind vor dem Großen Preis von Belgien den Franzosen geliefert worden.

HB SPA-FRANCORCHAMPS. Doch Hauptdarsteller Fernando Alonso glaubt nicht an seine Krönungsfahrt auf den Formel-1-Thron schon am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Premiere) in Spa-Francorchamps: „Ich weiß, dass es sehr schwierig wird, schon hier Weltmeister zu werden. Wir müssen uns wohl noch ein paar Rennen gedulden.“

So wie sich die Franzosen auf die anstehende WM-Party vorbereiten, so sind sie auch durch die Formel-1-Saison gerast. Sie hatten zwar nicht das schnellste Auto, doch Alonsos R25 war an Zuverlässigkeit nicht zu überbieten. Kein einziges Mal ist der Spanier ausgefallen, kam nur zwei Mal nicht in die Punkteränge.

Während sein einzig verbliebener Rivale Kimi Räikkönen durch die technischen Probleme am McLaren-Mercedes Punkte am Fließband verlor, hatte der 24 Jahre alte Spanier anscheinend das Glück gepachtet. „Das scheint bei Champions der Fall zu sein. Wenn es ein Problem gibt“, sagte Teamchef Flavio Briatore, „dann hat es in diesem Team Giancarlo Fisichella“.

Angesichts des 27-Punkte-Vorsprungs von Alonso auf Räikkönen vor den letzten vier Rennen des Jahres ist der Titelgewinn des ersten Spaniers in der Formel 1 nur eine Frage der Zeit. „Wer es schafft von den beiden, hat es auch verdient“, sagte Noch-Weltmeister Michael Schumacher und gibt sich diplomatisch. „Fernando hat eine gute Saison hingelegt und hat wenig ausgelassen an Punkten, die er hat kriegen können. Auf der anderen Seite haben wir ja alle miterlebt, was mit Kimi passiert ist. Insofern wird bestimmt der Richtige gewinnen.“

Rekordchampion Schumacher tröstet sich mit dem Ausblick auf die nächste Saison. „Wir arbeiten sehr stark für 2006. Die Prioritäten haben sich in der Hinsicht verlagert. Das ist selbstverständlich“, sagte der 36-Jährige. Im letzten Jahr hatte er in Spa-Francorchamps den Gewinn seines siebten WM-Titels perfekt gemacht.

Räikkönen hat den Titel zwar noch nicht ganz abgeschrieben, doch auch er schaut schon ins nächste Jahr. „Bei manchen Rennen hatten wir etwas Pech, aber wir haben ein gutes Auto. Nun müssen wir die Zuverlässigkeitsprobleme abstellen und das werden wir schaffen. Mit Sicherheit sollten wir im nächsten Jahr stark sein“, sagte er.

Renault dagegen feiert sich und die Gegenwart: „Die Leute vergessen, dass wir bei unserem ersten Rennen in Australien die letzten Autos in der Startaufstellung waren, noch hinter den Minardis“, sagte Briatore. 2002 fuhr erstmals seit sieben Jahren wieder ein „reinrassiger Renault“ in der Königsklasse des Motorsports, zuvor trieb der Motor aus Viry-Chatillon den Benetton an. Briatore: „Was wir erreicht haben, ist ein Wunder.“

Noch vor zwölf Monaten sah das alles ganz anders aus: „Im letzten Jahr habe ich geführt, bis ich einen Motorschaden hatte“, erinnert sich Alonso. Der Sieger damals: Räikkönen. Sollte es diesmal wieder so kommen, wäre der Vorsprung des Spaniers auf 17 Punkte geschmolzen. Der Champagner müsste wieder eingeladen und nach Brasilien geflogen werden. Dort hätte Alonso am 17. September seine nächste Chance, um der jüngste Weltmeister in der Formel 1 zu werden.

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