Motorsport
Schumacher landete in Monza im Reifenstapel

Nach einem Dreher beendete Weltmeister Michael Schumacher das freie Training zum Großen Preis von Italien in Monza auf dem 13. Rang. Schnellster war Toyota-Testfahrer Ricardo Zonta vor den "Silberpfeilen".

Michael Schumacher hat beim Ferrari-"Heimspiel" in Monza im freien Training Platz 13 belegt. Der Formel-1-Weltmeister benötigte für seine schnellste Runde beim Großen Preis von Italien 1:22,749 Minuten, musste seinen Boliden allerdings nach 28 Minuten der zweiten Trainingssession abschleppen lassen. Nach einem Dreher in der Parabolika-Kurve landete Schumacher in einem Reifenstapel, stieg aber nur Sekunden später unverletzt aus dem zerstörten Boliden.

Schumacher von seinem "Ausritt" unbeeindruckt

Bis zum Ende des Trainings war Schumacher hinter dem Fangzaun stehend nur noch Zuschauer. Als sein Ferrari abgeschleppt wurde, scherzte er aber schon wieder mit den Streckenposten. "Ich hatte eine Veränderung der Einstellung vorgenommen. Das war wohl etwas zu viel", erklärte Schumacher seinen "Ausritt", war allerdings nicht sonderlich beeindruckt: "Ich bin nicht beunruhigt. Wir haben auf dieser Strecke viel getestet und wissen, wo wir stehen. Zum Glück sind meine Reifen nicht beschädigt worden."

Einen starken Eindruck hinterließen erneut die "Silberpfeile". Tagesbester war Testpilot Pedro de la Rosa (Spanien/1:20,201). Juan Pablo Montoya (Kolumbien/1:21,583) wurde Dritter, Kimi Räikkönen landete auf Platz vier (Finnland/1:21,735). "Es war für uns ein guter erster Tag", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Heidfeld bester Deutscher

Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld fuhr als bester Deutscher im BMW-Williams auf den sechsten Rang (1:22,107), Ralf Schumacher (Toyota/1:23,126) wurde 15. Der in der WM-Wertung führende Spanier Fernando Alonso musste sich im Renault mit Platz elf begnügen.

Sollte Alonso in der Lombardei einen Punkt mehr als Schumacher holen, wäre der Ferrari-Star vier Rennen vor Saisonende entthront. Der 36-Jährige bremste mit seinem Ausfall auch Ferrari-Technikchef Ross Brawn aus. Der Engländer hatte der Scuderia vor dem Training sogar Siegchancen eingeräumt. "In Monza könnte es sogar zum Sieg reichen. Unsere Auto ist absolut wettbewerbsfähig", sagte Brawn der Gazzetta dello Sport, während Schumacher völlig frustriert wirkte. "Wir sind nicht dort, wo wir sein wollten. Das Auto ist langsamer als gedacht. Wenn es nicht regnet, sind wir nicht sonderlich wettbewerbsfähig", meinte der siebenmalige Weltmeister.

Trotz der konträren Einschätzungen stärkte nach Teamchef Jean Todt ("Michael leidet und tut alles") auch Brawn dem Star-Piloten den Rücken. "Michael setzt sich immer noch stark ein und versucht, das Beste zu leisten", erklärte der seit 1997 für Ferrari tätige Brawn, der nicht an ein nahendes Karriereende Schumachers glauben mag: "Ich spüre, dass er noch Lust hat."

Druck auf Schumacher wächst

Allerdings erhöhte Ferrari-Boss Luca di Montezemolo den Druck auf Schumacher: "Am Mittwoch bin ich 58 Jahre alt geworden. Und ich erwarte natürlich ein verspätetes Geburtstagsgeschenk", erklärte Montezemolo.

Für Räikkönen ist Ferrari derzeit "überhaupt kein Thema", wie er dem Sport-Informations-Dienst (sid) bestätigte. Über Gerüchte, nach denen der Finne einen Vorvertrag bei den "Roten" unterzeichnet haben soll, kann der derzeitige Zweite der WM-Wertung nur lächeln. Räikkönen: "Es gibt keinen Vertrag, in keiner Form."

© SID

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