Motorsport
Schumacher testet, Alonso bleibt gelassen

Vor dem Rennen in Hockenheim am Sonntag droht WM-Spitzenreiter Fernando Alonso weitere Großtaten an. "Jetzt kommen erst die Strecken, die uns richtig gut liegen." Michael Schumacher macht derweil Überstunden in Mugello.

Michael Schumacher schiebt wieder einmal Überstunden, doch der Weltmeister kann in dieser Saison anscheinend machen was er will - die anderen sind schneller. Dennoch hegt der Ferrari-Pilot auch im Hinblick auf das Heimrennen ein kleines Fünkchen Hoffnung. Doch WM-Spitzenreiter Fernando Alonso (Spanien) lässt sich vor dem Rennen in der Höhle des Löwen am Sonntag (14 Uhr/live bei RTL und Premiere) auf dem Hockenheimring nicht aus der Ruhe bringen. "Jetzt kommen erst die Strecken, die uns richtig gut liegen. Die WM-Führung ist noch eine Extra-Motivation für mich", meint der Renault-Pilot, der bereits fünf Siege in dieser Saison gefeiert hat.

Auch Schumacher glaubt nach dem Doppel-Flop in Silverstone und Magny-Cours plötzlich wieder an ein Wunder. Der Kerpener legte am Mittwoch auf dem Weg nach Hockenheim einen Testtag in Mugello ein. Wie bereits am vergangenen Freitag im südfranzösischen Le Castellet nahm Schumacher in Italien ab neun Uhr morgens das überarbeitete Aerodynamik-Paket unter die Lupe.

Hoffnungsschimmer am Horizont

Nach den Zusatzschichten sieht der letztjährige Hockenheim-Sieger in punkto WM-Titel sogar wieder einen Hoffnungsschimmer: "Im Gegensatz zu vielen Beobachtern haben wir uns noch nicht abgeschrieben. Ich kann nicht nachvollziehen, dass einige mir vorhalten, auch an kleine Chancen zu glauben", meinte Schumacher, der in Silverstone die WM schon abgehakt hatte.

Ferrari-Teamchef Jean Todt indes versteht den neuen Optimismus seines Stars überhaupt nicht. "Seit ein paar Rennen bewegen wir uns rückwärts. Wir sind ganz einfach zu langsam", meinte der Franzose. Schumacher hat nach elf Rennen schon 34 Punkte Rückstand auf Alonso, der auf dem Weg zum jüngsten WM-Titelträger aller Zeiten kaum zu stoppen scheint.

Das dominierende Team mit dem schnellsten Auto ist nach vier Erfolgen in den letzten sechs Rennen allerdings Mclaren-Mercedes mit dem WM-Zweiten Kimi Raikkönen. Und Mercedes-Sportchef Norbert Haug kündigte der Konkurrenz bereits weitere Sternstunden an. Man habe längst nicht alle Möglichkeiten genutzt, "wir können uns noch steigern", behauptete der Schwabe.

Selbst von den jüngsten zwei Motorschäden und dem 26-Punkte-Rückstand Raikkönens ("Die WM ist noch nicht gelaufen") auf Alonso lässt sich Haug nicht irritieren: "Das Titelrennen ist immer noch völlig offen. Wir sind auf dem richtigen Weg." Auch "Iceman" Raikkönen, Wettfavorit für Hockenheim, schwärmt vom "Silberpfeil": "Das Auto ist so gut, dass du sogar dann schnell bist, wenn es sich überhaupt nicht so anfühlt."

Vorsichtiger Optimismus bei BMW

Vorsichtigen Optimismus verbreitet BMW-Williams trotz der Überrundungen in Silverstone und Magny-Cours. Nachdem schon Nick Heidfeld von "möglichen Siegen" im Verlauf der Saison gesprochen hat, glaubt auch BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen an einen Aufwärtstrend. "Wir wollen 2005 noch auf den Erfolgsweg zurück", kündigte Theissen an, macht aber gleichzeitig wenig Hoffnung für einen Coup in Hockenheim: "Da dürfen wir keine Wunder erwarten."

Dagegen darf der Ausrichter auf eine Rekordkulisse von 110 000 Zuschauern am Renntag hoffen. "Wir sind guter Dinge und setzen auf die Tageskasse am Sonntag. Auch in Magny-Cours sind da noch unheimlich viele Tickets weggegangen", erklärte Pressesprecher Hartmut Tesseraux von der Hockenheimring Gmbh am Mittwoch. Im Kartenvorverkauf waren zehn Prozent mehr Tickets als 2004 abgesetzt worden. Vor einem Jahr war das Rennen mit 101 000 Besuchern nicht ausverkauft. Die bisherige Rekordmarke liegt bei 107 000 Zuschauern (2002).

© SID

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