Schumacher zurückhaltend: Toyota präsentiert TF 106

Schumacher zurückhaltend
Toyota präsentiert TF 106

Die Teamleitung fordert unmissverständlich den ersten Toyota-Sieg in der Formel 1 und den Beginn einer Erfolgsserie, doch bei Ralf Schumacher überwiegt noch die Ungewissheit.

dpa VALENCIENNES/FRANKREICH. „Es muss unser Ziel sein, endlich ein Rennen zu gewinnen. Ob es realistisch ist, werden wir in Bahrain sehen“, sagte der 30-Jährige mit Verweis auf das Auftaktrennen am 12. März im Wüstenstaat: „Wir müssen abwarten.“ Sand im Getriebe soll der neue Toyota TF 106 spätestens dann nicht mehr haben. In punkto Aerodynamik und Reifenentwicklung werde der Rennstall sicher noch einen Schritt machen, sagte er bei der Präsentation seines neuen Dienstwagens im Toyota-Werk von Valenciennes im Nordosten Frankreichs.

Sportlich soll der Blick nur nach vorn gerichtet werden. Rechtlich steht dem Team, das 2002 sein Debüt in der Königsklasse gab, angeblich ein Nachspiel ins Haus. Nach Informationen des Magazins „Focus“ hat die Staatsanwaltschaft in Köln Anklage gegen den kürzlich entlassenen Chefdesigner Gustav Brunner und zwei weitere ehemalige leitende Mitarbeiter erhoben. Der Vorwurf: Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Die Vorgeschichte: Bei der Entwicklung der Boliden TF 103 und TF 104 sollen die Techniker ein Programm von Konkurrent Ferrari mit aerodynamischen Daten genutzt haben. Ferrari-Teamchef Jean Todt hatte im April 2003 Anzeige in dem möglichen Spionageskandal erstattet.

Der derzeitige - erlaubte - Blick zur Konkurrenz gibt nach Aussage von Ralf Schumacher kaum Aufschlüsse zum Leistungsstand. „Man weiß nicht, wer wirklich schon mit dem Auto für 2006 testet und fährt und wer nicht. Ferrari fährt mit dem 2004er Auto rum. Von daher ist das alles schwierig“, sagte der 145-malige Grand-Prix-Starter vor rund 350 Medienvertretern und Gästen in dem hochmodernen Werk. Zuvor hatte er er mit Kollege Jarno Trulli (Italien) das rote Tuch gelüftet und den Blick auf seinen neuen Dienstwagen freigegeben.

Neben dem neuen V8-Motor und neuer Aerodynamik ist mit Bridgestone bei Toyota auch ein neuer Reifenpartner an Bord. Zweifel an der Zielsetzung gibt es in der Führungsetage aber nicht. „Wir wollen den ersten Sieg schaffen“, forderte Teamchef Tsutomu Tomita von seinem Fahrerduo. „Wir sind sehr gut unterwegs und es fühlt sich gut an, auch wenn es im Vorfeld des ersten Rennens und danach noch viel Arbeit zu erledigen gibt. Ich bin optimistisch und zuversichtlich“, sagte Trulli.

Dass der neue Motor „RVX-06“ auf Grund des vorgeschriebenen Einbauwinkels von 90 Grad stark vibriere, sei nicht zu ändern, betonte Motorenchef Luca Marmorini. Enorm ist der Leistungsverlust von 20 Prozent im Vergleich zum V10. Auf sehr schnellen Strecken kann dies zu Rundenzeiten führen, die bis zu drei Sekunden langsamer sind als mit dem alten V10-Motor. „Gas geben unter allen Umständen wird aber jetzt nicht zum Fahrstil für mich“, betonte Ralf Schumacher.

Nachdem der TF 106 bereits seit Ende November getestet wird und ein vergleichbares Modell bei den Rennen in Japan und China in der vergangenen Saison im Einsatz gewesen war, wähnen sich die Japaner absolut im Zeitplan. „Wir sind bereits sehr glücklich mit unserem Mechanik-Paket“, sagte der Technische Direktor, Mike Gascoyne. Getreu dem japanischen „Kaizen“ - zu deutsch: kontinuierliche Verbesserung - ist für das siebte Saisonrennen bereits der Einsatz des weiterentwickelten TF 106b geplant.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%