Motorsport
"Schumi" hofft auf Rekordsieg

Nach dem Skandal-Rennen von Indianapolis will der Formel-1-Zirkus beim Großen Preis von Frankreich in Magny-Cours den Sport wieder in den Vordergrund stellen. Michael Schumacher könnte zum achten Mal siegen.

Nach dem Skandalrennen von Indianapolis und dem Wirbel um die FIA-Verhandlung gegen die Teams, die auf die Bereifung von Michelin setzen, will die Formel 1 beim Großen Preis von Frankreich am Sonntag (14.00 Uhr/live bei Premiere und RTL) in Magny-Cours wieder durch sportliche Leistungen in die Schlagzeilen kommen. Es soll es nicht mehr länger um Boykotte, Drohungen und vertagte Urteile, sondern um Überholmanöver und Positionskämpfe zwischen Weltmeister Michael Schumacher und den beiden WM-Favoriten Fernando Alonso und Kimi Räikkönen gehen.

"Es braucht sicher mehr als einen weiteren Sieg hier, um aus der WM wieder einen Dreikampf zu machen. Aber wir sind auf einem guten Weg", sagte Schumacher am Donnerstag bei der offiziellen Pressekonferenz in Magny-Cours, bei der er zumindest schon wieder mit Alonso und Räikkönen gemeinsam in der ersten Reihe saß. Durch seinen ersten Saisonsieg beim Sechs-Auto-Rennen in Indy und die unfreiwillige Nullnummer der beiden Konkurrenten hat der Kerpener mit jetzt 34 WM-Punkten den Rückstand auf Alonso (59 Punkte) auf 25, den auf Räikkönen (37) sogar auf drei Zähler verkürzt.

"Machen deutliche Fortschritte"

"Wir haben in den letzten Monaten hart gearbeitet und machen deutliche Fortschritte. Ich hoffe, dass der nächste Schritt hier für dieses Rennen uns wieder ins Geschäft bringt", sagte Schumacher. Der Ferrari-Pilot hat bereits siebenmal in Magny-Cours triumphiert, mit einem achten Sieg würde er eine Bestmarke aufstellen.

Dass die Formel 1 durch den Indy-Skandal langfristig Schaden nehmen könnte, glaubt der Rekordweltmeister übrigens nicht: "Wenn man mal die ganze Polemik weglässt, wurde doch viel mehr über die Formel 1 geredet. Und es geht nicht, immer nur positive Schlagzeilen zu machen."

Mclaren-Mercedes-Pilot Räikkönen, der vor Indy drei Siege in fünf Rennen geholt hatte, macht sich keine großen Sorgen um Schumacher. Er trauert eher der verpassten Chance nach, Boden auf Alonso gutzumachen. "Es stimmt, dass Michael nähergekommen ist. Aber wir brauchen so viele Rennen wie möglich, um Renault einzuholen", sagte der "Iceman". Alonso schließlich will beim Heimrennen seines Teams zu alter Stärke zurückkehren.

Haug will keine weiteren Grabenkämpfe

Zu Gunsten des Sports sollen unterdessen alle Diskussionen um Indianapolis und die Folgen wieder in den Hintergrund treten. "Wichtig ist jetzt für die Zuschauer der Sport auf der Strecke und keine weiteren Grabenkämpfe", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug: "Die ganze Angelegenheit war eskaliert, und das war unnötig."

Allerdings steht Haug auch zu dem gemeinsamen Einspruch von Renault, Mclaren-Mercedes, BMW-Williams, Toyota, Sauber und BAR-Honda gegen die Entscheidung des World Motor Sport Council des Automobil-Weltverbandes FIA. Darin waren die Teams schuldig gesprochen worden, untaugliche Reifen nach Indianapolis mitgebracht und das Rennen boykottiert zu haben, obwohl sie in jeder Runde durch die Boxengasse hätten fahren können. Die Entscheidung über mögliche Strafen ist auf den 14. September vertagt worden.

"Die Teams fühlen sich zurecht nicht schuldig", sagte Haug. Sie seien nicht verantwortlich für die von Michelin gelieferten Reifen: "Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, wie ein Rennen durch die Boxengasse ausgesehen und gewirkt hätte. Aber ich bin dafür, dass man jetzt alle Emotionen beiseite lässt und die offenen Punkte aussortiert." Die von der FIA geforderte Entschädigung der enttäuschten Fans hat Michelin bereits versprochen.

Ralf Schumacher kann Comeback kaum abwarten

Toyota-Pilot Ralf Schumacher, dessen Unfall in Indianapolis die ganze Affäre ins Rollen gebracht hatte, brennt unterdessen auf sein Comeback auf der Strecke, auf der er 2003 seinen bislang letzten Sieg feierte. "Ich bin hundertprozentig fit und kann es nicht erwarten, wieder ins Cockpit zu steigen", sagte "Schumi II". Da fehlte als passendes Geschenk zum 30. Geburtstag nur noch die Startfreigabe durch FIA-Arzt Gary Hartstein, der ihm in Indianapolis die Zwangspause verordnet hatte.

© SID

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