Motorsport
"Schumi" vor Wachablösung durch "Kronprinz" Alonso

Fernando Alonso kann bereits beim Türkei-GP den Weltmeistertitel perfekt machen. Einzig ernst zu nehmender Konkurrent bleibt wohl Kimi Räikkönen, während die Chancen von Michael Schumacher eher theoretischer Natur sind.

In der Formel 1 deutet sich nach fünf Jahren "Regentschaft" von Michael Schumacher ein Machtwechsel an. Schon in vier Wochen könnte sich Fernando Alonso theoretisch über den Weltmeistertitel freuen. Dazu muss der Renault-Pilot auch die nächsten beiden Rennen in Budapest am 31. Juli und drei Wochen später in Istanbul (21. August) gewinnen und Schumacher nicht mehr als zehn Punkte holen (gleichbedeutend mit zwei vierten Plätzen). Dann hätte der Ferrari-Pilot auch rechnerisch keine Chance mehr auf seinen insgesamt achten WM-Titel.

Alonso könnte sich bereits bei der Türkei-Premiere zum jüngsten Weltmeister aller Zeiten krönen. Sollte der 23-Jährige in Budapest und Istanbul triumphieren und sein Rivale Kimi Räikkönen (Finnland) im Mclaren-Mercedes dabei nicht mehr als sechs Punkte holen, was zwei 6. Plätzen entspricht, wäre der Renault-Pilot am Ziel aller Träume und der erste spanische Formel-1-Weltmeister seit der WM-Einführung 1950. Und noch ein Rechenspiel, das die Überlegenheit Alonsos belegt: Selbst wenn Räikkönen die restlichen sieben Rennen in dieser Saison alle gewinnen sollte, würde dem Spanier jeweils ein vierter Platz reichen, um nach dem Finale am 16. Oktober in Schanghai immer noch einen WM-Punkt mehr auf dem Konto zu haben als der "Iceman".

"Alonso ist der neue König der Formel 1"

Auch die italienischen Zeitungen feiern schon "Fernando I.", der am Freitag 24 Jahre alt wird. "Alonso ist der neue König der Formel 1", schrieb die Gazzetta dello Sport. Bislang jüngster Weltmeister ist Michael Schumacher, der bei dem Gewinn seines ersten WM-Titels 1994 mit Benetton 25 Jahre und zehn Monate alt war. Seinen zweiten Titel holte "Schumi" ein Jahr später - erneut mit Benetton. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten seit seinem Wechsel zu Ferrari 1996 eroberte Schumacher 2000 die erste WM-Krone für die Italiener und gab sie nicht mehr her - bis jetzt.

Doch spätestens nach dem fünften Platz in Hockenheim ist auch für Schumacher das letzte Fünkchen Hoffnung erloschen. In Budapest geht es für den einstigen Seriensieger am Sonntag (14 Uhr/live bei Premiere und RTL) nur um Schadensbegrenzung. "Zwischen Hockenheim und Budapest waren nur wenige Tage, da ist es unrealistisch, einen großen Leistungssprung zu erwarten", meinte der 36-Jährige.

Schumacher: "Reifen haben nicht genug Grip"

Schumacher, mit vier Erfolgen Rekordsieger von Ungarn, erwartet auf der staubigen 4,381km langen Strecke vor den Toren Budapests "einen nicht ganz einfachen Grand Prix." Obwohl Ferrari seit 2001 drei von vier Rennen in Ungarn gewann, glaubt er längst nicht mehr an ein "rotes" Wunder und macht für die Krise in erster Linie die Bridgestone-Reifen verantwortlich. "Das ist unser Hauptproblem, unsere Reifen haben nicht genug Grip."

Beim Heimspiel in Hockenheim musste Schumacher kurz vor Schluss sogar Giancarlo Fisichella (Italien) im Renault vorbei lassen. "Das war eine wirkliche Schande", meinte Ferrari-Technikchef Ross Brawn, während Teamchef Jean Todt von der bislang "schwierigsten Phase" der Scuderia spricht. Bereits am Mittwoch fliegt Schumacher nach Budapest, wo er am Abend im Puskas-Ferenc-Stadion für einen guten Zweck seine Fußballstiefel schnürt.

© SID

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