Sicherheit in der Formel 1
Bianchi-Unfall wirft weitere Fragen auf

Die Formel 1 muss aus dem schweren Unfall von Jules Bianchi schnellstmöglich ihre Lehren ziehen. Die FIA ordnete eine interne Untersuchung an. Formel-1-Boss Ecclestone reicht das nicht.
  • 0

YokkaichiFIA-Präsident Jean Todt hat eine umgehende Untersuchung des Horrorunfalls von Jules Bianchi angeordnet. Formel-1-Rennleiter Charlie Whiting soll demnach einen Bericht über den Hergang des schrecklichen Zusammenstoßes mit einem Bergungskran beim Großen Preis von Japan anfertigen. Das berichtete die britische Zeitung „The Telegraph“ am Dienstag.

Bernie Ecclestone sind interne Untersuchungen des Internationalen Automobilverbands FIA nicht genug: Der Geschäftsführer der Motorsport-Königsklasse, der am Wochenende in Suzuka nicht selbst vor Ort war, forderte externe Ermittler. In der Zeitung „The Times“ betonte Ecclestone, dass man in den vergangenen Jahren so viel für die Sicherheit getan habe. Vor allem nach dem grausamen Wochenende 1994, als Ayrton Senna und Roland Ratzenberger beim Großen Preis von San Marino in Imola ums Leben gekommen waren, hatte die Formel 1 die Anforderungen drastisch erhöht.

„Ich habe immer gesagt, wenn ich mal einen Unfall haben will, soll es in einem Formel-1-Auto passieren, weil sie die sichersten in der Welt sind“, meinte Ecclestone. Bianchi wurde aber letztlich kein unmittelbares Sicherheitsproblem aktueller Formel-1-Autos zum Verhängnis, sondern ein Bergungskran.

Der 25-jährige Franzose war am Sonntag in Suzuka im Regen von der Strecke abgekommen und mit hoher Geschwindigkeit unter das Heck des Krans gerast. Videos, die im Internet vor ihrer Sperrung mit dem Verweis auf Rechte des Formula One Managements kursierten, zeigen zudem, dass sich mindestens auch noch zwei Streckenposten in höchster Gefahr befanden.

Zudem entfachte sich eine Diskussion über die Grüne Flagge, die geschwenkt wurde und freie Fahrt signalisiert hatte. Die FIA hatte von einer doppelten Gelbphase gesprochen, nachdem vor Bianchi der deutsche Sauber-Pilot Adrian Sutil an derselben Stelle in Kurve 7 von der Strecke abgekommen war. Die Grüne Flagge dürfte allerdings als Entwarnung für die Strecke nach dem Sutil-Unfall gegolten haben. Offizielle Erklärungen blieben dafür allerdings vorerst aus.

Seite 1:

Bianchi-Unfall wirft weitere Fragen auf

Seite 2:

Erneut trifft es die Motorsport-Familie Bianchi

Kommentare zu " Sicherheit in der Formel 1: Bianchi-Unfall wirft weitere Fragen auf"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%