Siebenmaliger Formel-1-Weltmeister
Monza: Schumacher siegt – und erklärt Rücktritt

Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher hat am Sonntag seinen Rücktritt vom Rennsport zum Saisonende erklärt. Zuvor hatte er das Rennen in Monza gewonnen und den Abstand auf den in der Fahrerwertung führenden Fernando Alonso auf zwei Punkte verkürzt. Er könnte seine Karriere also noch mit einem weiteren Titel krönen. Außerdem reden manche schon von einem Comeback.

HB MONZA. Michael Schumacher gab seine Entscheidung am Sonntag unmittelbar nach seinem Sieg beim Großen Preis von Italien in Monza bekannt. Der 37 Jahre alte Ferrari-Pilot, der am 25. August 1991 in Belgien sein erstes Rennen bestritt, liegt nach dem vorzeitigen Ausfall von Titelverteidiger Fernando Alonso nur noch zwei Punkte hinter dem Spanier und wird noch drei Mal an den Start gehen. Am 22. Oktober in Sao Paolo beim Großen Preis von Brasilien wird Schumacher dann nach seinem 250. Formel-1-Rennen seinen Abschied als erfolgreichster Fahrer aller Zeiten und möglicherweise mit seinem achten Titel feiern.

„Um es kurz zu machen: das wird mein letztes Rennen in Monza gewesen sein. Ich werde am Ende dieses Jahres meine Karriere beenden“, sagte Schumacher und lüftete damit um exakt 15.37 Uhr das Geheimnis. „Das war eine ganz harte Entscheidung. Aber irgendwann kommt einmal der Tag, wenn man so eine Entscheidung treffen muss“, sagte der nach großem Jubel über seinen 90. Sieg einigermaßen gefasst wirkende Schumacher.

„Es war eine ganz, ganz außergewöhnliche Zeit“

„Es war eine ganz, ganz außergewöhnliche Zeit für mich, was Motorsport mir in 30 Jahren gegeben hat“, sagte Schumacher auf der offiziellen Siegerpressekonferenz. „Ich habe jeden Moment geliebt. Ich muss besonders meiner Familie danken. Meinem Vater, meiner verstorbenen Mutter, meiner Frau und meinen Kindern. Sie haben mich alle immer unterstützt“, sagte Schumacher. „Ohne diese Stärke wäre das alles unmöglich gewesen“, so Schumacher, der am 25. August 1991 im belgischen Spa-Francorchamps sein erstes Rennen bestritten hatte. Den freien Cockpitplatz von Schumacher wird in der kommenden Weltmeisterschaft der Finne Kimi Räikkönen einnehmen, dessen Wechsel von McLaren-Mercedes am Sonntag bestätigt wurde. Was Schumacher indes im Anschluss an seine einmalige Karriere machen wird, ließ er offen.

In souveräner Manier hat Michael Schumacher zuvor die Gunst der Stunde genutzt und beim Großen Preis von Italien den Rückstand in der Fahrerwertung auf WM-Spitzenreiter Fernando Alonso entscheidend verkürzt. Der Rekord-Weltmeister muss nach seinem 90. Karriere-Sieg am Sonntag in Monza vor dem Finnen Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes und Robert Kubica im BMW in den letzten drei Rennen des Jahres nur noch zwei Punkte aufholen, um den nach dem neunten Grand Prix bereits auf 25 Punkte davongefahrenen Spanier im Titelkampf noch abzufangen. Alonso musste seinen Renault mit Motorschaden abstellen.

100 000 Tifosi feiern Schumacher

Die rund 100 000 Tifosi feierten Schumacher im „Autodromo di Monza“ überschwänglich. Beim letzten Rennen in Europa zeigte der 37- Jährige auf den 53 Runden eine Galavorstellung, während Alonso nach einer umstrittenen Blockade in der Qualifikation nach einem Ferrari-Protest durch eine Strafversetzung schon vor dem Start an Boden verloren hatte. Zehn Runden vor Schluss kam es noch schlimmer für den Spanier. Zum zweiten Mal in dieser Saison erreichte er nicht das Ziel. Nach dem Ausfall in Budapest musste er diesmal seinen Renault mit Motorschaden abstellen und kam zu Fuß ins Fahrerlager. Nach den 306,720 Kilometern im Königlichen Park kam Schumacher in 1:14:51,975 Stunden ins Ziel.

Nick Heidfeld im BMW wurde in der Boxengasse mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt und vergab nach einer Durchfahrtsstrafe eine bessere Platzierung und rettete als Achter noch einen Punkt. Sein Teamkollege Kubca machte es besser und schaffte als erste Pole eine Podiumsplatzierung in der Formel 1. Ralf Schumacher im Toyota kam auf Platz 15.

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