Start in Katar
„Die MotoGP ist jung und dynamisch“

In Katar startet die MotoGP heute in ihre neue Saison. Das Interesse in Deutschland ist begrenzt, doch Enrique Aldama, Finanzvorstand des Veranstalters, freut sich über wachsende Umsätze – und schielt weiter nach Asien.
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DüsseldorfKurz vor dem Start in die neue Saison ist Enrique Aldama bester Laune. Der Spanier ist Finanzvorstand der Dorna, also jener Organisation, die seit 1992 die Königsklasse des Motorsports veranstaltet. Mit Handelsblatt Online zieht er Bilanz über die abgelaufene Saison, spricht über neue Wachstumsmärkte und was die Superbike-WM damit zu tun hat. 

Herr Aldama, im letzten Jahr feierte die MotoGP mit knapp 2,5 Millionen einen neuen Zuschauerrekord an den Strecken. Das Auftaktrennen in Katar hatte mit 18.000 Fans den schlechtesten Wert. Haben Sie Hoffnung, dass es dieses Jahr mehr werden?

Katar ist sicher nicht unser Zuschauermagnet und auch nicht unser größter Markt. Daran wird sich auch in diesem Jahr nicht viel ändern. Das Rennen dort ist aber für Katar wichtig. Sie wollen damit zeigen, dass sie in der Lage sind, Sportveranstaltungen dieser Größenordnungen durchzuführen. Für uns ist das Rennen aber auch ein spezielles, weil es unter Flutlicht gefahren wird. Damit haben wir in der MotoGP 2008 übrigens noch vor der Formel 1 angefangen.

Stichwort Formel 1: Inwiefern stehen Sie denn in Konkurrenz?

Die Formel 1 und die Motorrradrennen der MotoGP sind schwer zu vergleichen. Wenn man so will, sind wir das H&M des Motorsports – wir sprechen ein junges, dynamisches Publikum an. Weltweit sind 70 Prozent unserer Zuschauer jünger als 30 Jahre.  Auf der anderen Seite entspricht die Formel 1 eher Versace oder Armani, die ein gehobeneres Klientel ansprechen. In deren Serie geht es mehr um Hochglanzprodukte als bei uns.

In Deutschland jedenfalls verliert die Autorennserie gerade massiv an Zuschauern. Trotzdem tritt die MotoGP in den Fernsehreichweiten bei knapp 400.000 Zuschauern im Schnitt auf der Stelle. Warum reicht es noch nicht für mehr?

Zum ersten braucht ein Land einen Helden, um den Sport groß zu machen. Deutschland bräuchte also einen MotoGP-Weltmeister, einen Superstar ähnlich wie gerade Marc Márquez aus Spanien oder Valentino Rossi aus Italien. Dann können sich die Reichweiten und auch unsere Umsätze in diesen Ländern schnell verdoppeln. Zum anderen gehört Deutschland aber schon jetzt zu unseren wichtigsten Märkten. Der Sachsenring ist mit zuletzt 210.000 Zuschauern am Rennwochenende unsere drittgrößte Veranstaltung im ganzen Rennkalender.

Davon möchten Sie ja auch gern profitieren. Im Jahr 2011 hieß es, Sie hätten die Lizenzgebühren für den Sachsenring verdoppelt. Es geht also um jene Gebühren, die die Strecken zahlen müssen, um die Rennen auszutragen.

 Zu den Details darf ich nichts sagen. Diese Informationen verhandeln wir einzeln mit allen Strecken und wir behandeln sie dementsprechend vertraulich. Lassen Sie es mich so sagen: Ja, wir haben die Preise nach den erfolgreichen letzten Jahren angehoben. Verdoppelt haben wir die Gebühren aber nicht.

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„Die Superbike-WM ist ein Testlauf“

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