Toto Wolff: Mercedes-Teamchef verkauft Williams-Anteile

Toto Wolff
Mercedes-Teamchef verkauft Williams-Anteile

Toto Wolff hat das Formel-1-Team von Mercedes zu zwei Weltmeistertiteln geführt. Parallel dazu war der Österreicher Großaktionär beim Konkurrenten Williams. Jetzt hat der Ex-Rennfahrer seine Anteile aber abgestoßen.

MünchenEin Mann, zwei Rennställe: Seit Anfang 2013 führt Toto Wolff das Formel 1-Team von Mercedes. Mit überragendem Erfolg, die vergangenen zwei Jahre haben die Silberpfeile die Konkurrenz meilenweit abgehängt. Davon profitiert der Österreicher ganz persönlich, schließlich ist er an dem Rennstall maßgeblich beteiligt.

Gleichzeitig aber konnte sich der Ex-Rennfahrer bislang freuen, wenn die Konkurrenz von Williams vorne mitfuhr. Denn auch an dem Wettbewerber hielt der 44-Jährige Anteile. Eine ungewöhnliche Konstellation, die nun ein Ende hat. An diesem Mittwoch verkündete Wolff seinen Abschied von Williams. Seine noch verbliebenen Aktien habe er an den amerikanischen Unternehmer Brad Hollinger verkauft, teilte Wolff mit. Details zum Volumen der Transaktion nannte Wolff nicht.

Der gebürtige Wiener ist vor drei Jahren von Williams zu Mercedes gewechselt. Damals löste er den legendären Norbert Haug als Teamchef des Formel-1-Rennstalls der Schwaben ab. Wolff ist jahrelang selbst Rennen gefahren. Doch der Unternehmer hat auch viel Erfahrung als Investor im Motorsport, unter anderem beim Mercedes-Konkurrenten Williams. Wolff hat sich 2009 beim britischen Willams-Team eingekauft, hat mitgeholfen, die Firma zu sanieren und sie zwei Jahre später in Frankfurt an die Börse gebracht. Kurz danach übernahm er die Führung des legendären Rennstalls. Nicht zu vergessen: Seine Frau Susie war dort bis vor kurzem Testfahrerin.
Es sei ein bewegender Moment für ihn, sich nun von den letzten Anteilen zu trennen, sagte Wolff am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Doch der Ausstieg sei schon lange geplant gewesen, gemeinsam mit Mercedes. Er hinterlasse Williams in gutem Zustand: „Die Marke leuchtet wieder, Williams ist zurück.“

Der amerikanische Klinikbetreiber Brad Hollinger übernimmt jetzt fünf Prozent der Anteile an Williams von Wolff. Schon in den vergangenen zwei Jahren hat er Zug um Zug zehn Prozent der Williams-Aktien von Wolff gekauft und kommt damit auf insgesamt 15 Prozent. Die Mehrheit halten Frank Williams, der Unternehmensgründer, und seine Familie. Tochter Claire Williams ist stellvertretende Chefin des Rennstalls. Gut ein Fünftel der Anteile werden an der Frankfurter Börse gehandelt. Hollinger sieht vor allem in seinem Heimatland USA noch viel Potenzial für die Formel 1. Mit dem Team Haas geht kommende Saison zum ersten Mal seit fast drei Jahrzehnten wieder ein amerikanischer Rennstall an den Start. Das mache ihm Mut, dass die Rennserie auch in Amerika künftig besser wahrgenommen werde, meinte Hollinger.

Vergangenes Jahr war Williams Dritter in der Konstrukteurswertung hinter Mercedes und Ferrari. Mit Weltmeister Lewis Hamilton und dem WM-Zweiten Nico Rosberg geht Mercedes auch als Favorit in die neue Saison. Williams startet mit den Fahrern Felipe Massa und Valtteri Bottas. Auftakt ist am 20. März in Melbourne.

So ganz verabschiedet sich Wolff dann aber doch nicht von Williams: Schließlich liefert Mercedes weiterhin die Motoren für die Boliden des Rivalen.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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