Tourenwagen-Rennserie zieht nur wenige Hersteller an
Der erstaunliche Erfolg der DTM

Wumm, wumm, wumm – immer im Kreis herum. Man muss Motorsport schon mögen, um ihn ertragen zu können, den ohrenbetäubenden Krach, den Gummigeruch und den Anblick freigelegter Bierbäuche einiger Zuschauer.

HB NÜRNBERG. Man muss den Crashs auf der Strecke, den riskanten Überholmanövern und den technischen Finessen der Autos etwas abgewinnen können, um als Zuschauer Spaß an der Rennstrecke zu haben. Anders gesagt: Man muss verrückt nach schnellen Autos sein.

Millionen Deutsche sind das. Und insbesondere eine Rennserie profitiert davon seit Jahren: Die DTM, die an diesem Wochenende am Nürburgring gastiert. Im Schatten und Windschatten der Formel-1 begeistern sich von Jahr zu Jahr mehr Zuschauer für die Serie. Zum letzten Rennen am Nürnberger Norisring kamen 143 000 Besucher – Rekord. Zudem überträgt die ARD jedes Rennen live. Nach eigenen Angaben erreichte der Sender im Schnitt 1,98 Millionen Zuschauer bei den ersten fünf Rennen der Saison 2005, was einer Quote (Marktanteil) von 16,3 Prozent entspricht. Im Vorjahr schauten sich im Schnitt 1,5 Millionen Menschen die DTM am Fernsehschirm an.

Grund für den Zuschauerzuspruch ist einerseits, dass ehemalige Formel-1-Stars wie Mika Häkkinen oder Heinz-Harald Frentzen bei der DTM am Start sind und die Rennen wesentlich spektakulärer verlaufen als in der Formel-1. Andererseits bietet der Veranstalter ITR rund um die Rennen ein großes Rahmenprogramm, das für die Fahrer ein bisschen wie Ringelpitz mit Anfassen ist: Besucher haben zum Beispiel Zugang zur Boxengasse und kommen ihren Stars sehr nahe.

„Die DTM ist eine der besten Marketingplattformen, die es insbesondere in Europa derzeit gibt“, sagt Wolfgang Ullrich, Motorsport-Chef von Audi. Und wenn Norbert Haug über die Serie spricht, dann gerät er schnell ins Schwärmen: „Gemessen an den Zahlen ist die DTM eine reine Erfolgsstory“, sagt der Sportchef von Mercedes-Benz. Volker Strycek, der dritte im Bunde, steht Haug in punkto Begeisterung in nichts nach: „Die DTM hat mittlerweile auch weltweit einen gewissen Stellenwert“, sagt der Motorsport-Chef von Opel.

Bei Strycek schwingt schon ein bisschen Wehmut mit, wenn er über die DTM spricht, denn er ist selbst eine Legende der Serie. 1984 gewann er die Tourenwagenmeisterschaft als Fahrer, heute als Sportchef muss er ständig erklären, warum Opel es nicht schafft, ein Rennen zu gewinnen.

Wehmut ist auch angebracht, denn am Ende der Saison ist für Opel Schluss. Der Hersteller steigt aus: Massenentlassungen und Millionen-Ausgaben für den Motorsport – das lässt sich nicht verkaufen. „Die Entscheidung vom Oktober 2004 steht“, sagt Strycek. Daran, dass Opel den Konkurrenten Audi und Mercedes auf der Rennstrecke das Wasser nicht mehr reichen kann, liege es aber nicht: „Selbst mit einem gewonnenen Meistertitel wäre die Entscheidung so getroffen worden.“

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