Tourenwagen-WM gastiert in Deutschland
BMW will große Aufholjagd einleiten

Abwechslung ist vorprogrammiert in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (Wtcc): Sechs Rennen, fünf Gewinner, vier siegreiche Marken (Alfa, BMW, Chevrolet und Seat), das verspricht Hochspannung für das einzige deutsche Gastspiel am heutigen Sonntag (15.15 Uhr/live im ZDF) in der Motorsport Arena Oschersleben.

Unter den 27 Piloten aus zwölf Nationen befinden sich auch vier deutsche Fahrer: Vize-Weltmeister Dirk Müller (Burbach) und sein Teamkollege Jörg Müller (Hückelhoven) fahren bei den Saisonläufen sieben und acht in der Magdeburger Börde die beiden werksunterstützten Schnitzer-BMW 320si.

Einmaliges Gastspiel von Gruber

Zwei von insgesamt acht Seat Leon werden von Werksfahrer Peter Terting (Kempten) und Florian Gruber (Aham) gefahren. Der 23-jährige Gruber gibt beim spanischen Hersteller ein einmaliges WM-Gastspiel, das er sich durch den Erfolg beim Europa-Cup-Finale in Barcelona 2005 verdient hat.

"Ich durfte mir aussuchen, bei welcher WM-Veranstaltung ich das Werksauto fahre und habe mich für Oschersleben entschieden", sagte Gruber: "Diese Strecke kenne ich am besten, hier rechne ich mir einiges aus." Das gilt aber vor allem auch für das deutsche Stamm-Trio in der WM bei seinem Heimspiel.

"Ich freue mich sehr auf die beiden einzigen WM-Läufe in Deutschland. Die Strecke ist interessant und bietet einige technische Passagen, die man einfach kennen muss", meint Dirk Müller, mit vier Siegen der erfolgreichste Fahrer, seit die Tourenwagen-WM Anfang 2005 vom Automobil-Weltverband FIA wiederbelebt wurde.

BMW-Pilot Priaulx in Lauerstellung

Der Siegerländer liegt allerdings nur an siebter Stelle in der Gesamtwertung und hat mit 18 Punkten bereits 14 Zähler Rückstand auf Tabellenführer Yvan Muller (32). Der Franzose führt ein Seat-Trio mit James Thompson (England/25) und dem früheren Formel-1-Piloten Gabriele Tarquini (24) an.

In Lauerstellung liegt Weltmeister Andy Priaulx als bester BMW-Pilot an vierter Stelle (23). Auch der 31 Jahre alte Brite könnte bei der 3,667km langen Strecke 30 Kilometer westlich von Magdeburg von einem "Heimspiel" sprechen, denn in den vergangenen drei Jahren feierte Priaulx in der EM (2003/2 004) und WM (2005) jeweils einen Laufsieg in Oschersleben.

Bei der WM-Premiere 2005 verhinderte sein Markenkollege Alex Zanardi den möglichen Doppelsieg. Für den 39 Jahre alten Italiener war der 28. August ein ganz besonderer Tag, denn zum ersten Mal seit seinem schweren Unfall im September 2001 auf dem Eurospeedway Lausitz stand der ehemalige Formel-1-Pilot ganz oben auf dem Siegertreppchen und sorgte nicht nur im BMW-Lager für bewegende Szenen.

Zanardis historischer Triumph war der erste Sieg eines Behinderten in einem bedeutenden Automobilrennen. "Das Rennfahren verlernt man nicht", sagt der Beinamputierte, der mit einer beispielhaften Einstellung sein Schicksal meistert: "Ich musste doch nur die Abläufe neu kennen lernen." Sein Landsmann, der frühere Tourenwagen-Weltmeister Roberto Ravaglia und sein Team haben Zanardi einen speziell auf seine Bedürfnisse umgerüsteten BMW 320si aufgebaut.

© SID

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