Trennung von Red-Bull-Familie
Vettel, der etwas andere Red-Bull-Star

Sebastian Vettel verlässt die Red-Bull-Familie. Er prägte die Erfolgs-Ära des Teams, wenngleich ihm das vermeintliche Abenteurer-Image fehlte.
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SuzukaIn der erfolgreichen Vergangenheit waren Vertragsverlängerungen bei Red Bull für Sebastian Vettel fast nur eine Formsache. Auch wenn er nie das Image des wilden Draufgängers, des Abenteurers auf der Suche nach dem ultimativen Kick verkörperte. Jenes Bild, das in der Öffentlichkeit mit dem österreichischen Getränkehersteller sonst gern verbunden wird.

Vettel aber ist ein zurückgezogen lebender Mensch, auf einem ehemaligen Bauernhof in der Schweiz. Einer, der wie sein Kindheitsidol Michael Schumacher sein Privatleben schützt. Einer, den mit Red Bull jedoch der ungestillte Durst nach sportlichem Erfolg jahrelang einte.

Jüngster Weltmeister in der Formel 1. Viermaliger Titelträger, und das in Serie. 39-maliger Grand-Prix-Gewinner. 45-maliger Polesetter. Die Liste der Vettel-Bestmarken ist bereits lang. Und das mit gerade mal 27 Jahren.

Vettel kam, sah und war erfolgreich. Nachdem er für BMW-Sauber 2007 in Indianapolis bei seinem ersten Formel-1-Rennen gleich in die Punkteränge gefahren war (8. Platz), holte Red Bulls B-Team Toro Rosso den Hessen.

Schon vorher hatte Vettel zum Motorsport-Juniorprogramm des Unternehmens von Milliardär Dietrich Mateschitz gehört. 2008 gewann Vettel im Regen von Monza zum ersten Mal ein Formel-1-Rennen. 38 weitere Siege folgten von 2009 an nach seiner Beförderung zu Red Bull.

Vettel wurde sportlich zum Superstar. Zum Kultobjekt der Formel-1-Fanszene taugt der manchmal immer noch wie ein Schulbub wirkende Heppenheimer weniger. Vettel ist wohl zu normal, zu bodenständig. „Er glaubt, nicht wichtiger zu sein als andere Leute, weil er Formel-1-Weltmeister ist“, sagte Vater Norbert, selbst Zimmermann von Beruf, einmal über den erfolgreichen Sohn.

Vettel zieht aber sein Ding durch. In diesem Jahr musste er dabei aber mehr als je zuvor lernen, mit Niederlagen umzugehen. Das fiel ihm nicht immer leicht. In Kanada bezeichnete er den Red Bull RB10 sogar als „Gurke“. Dass ausgerechnet Aufsteiger Daniel Ricciardo in seinem ersten Jahr an seiner Seite bislang drei Siege schaffte und deutlich besser mit dem Wagen zurechtkommt, dürfte Vettel auch nicht behagt haben.

Gleichwohl versuchte er, seine Mannschaft wie auch in den guten Jahren immer weiter anzutreiben. Und er wird es sicher auch noch in den vier Rennen nach dem jetzt bereits denkwürdigen Japan-Wochenende mit der Abschiedsanküdigung versuchen. Das dürfte für Vettel weniger Formsache, sondern tiefstes Bedürfnis sein.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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