Triumph in Abu Dhabi
Vettel ist der jüngste Formel-1-Weltmeister aller Zeiten

Sebastian Vettel ist am Ziel seiner Träume angelangt und hat eine perfekte Punktlandung auf dem WM-Thron hingelegt. Mit dem Sieg beim Großen Preis von Abu Dhabi hat sich der Red-Bull-Pilot im heißesten WM-Showdown der Geschichte als zweiter Deutscher nach Michael Schumacher und jüngster Pilot aller Zeiten zum Formel-1-Weltmeister gekrönt.
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HB ABU DHABI. Der Liebeserklärung ans Team mit tränenerstickter Stimme folgte der entfesselte Jubelschrei: Sebastian Vettel hat im nervenzerreißenden Herzschlag-Finale die Sensation geschafft und sich zum jüngsten Titelträger der Formel-1-Geschichte gekrönt. Mit seinem souveränen Sieg beim Großen Preis von Abu Dhabi holte der Heppenheimer am Sonntag die 15 Punkte Rückstand auf den flatternden Fernando Alonso auf, dessen Ferrari-Team mit einer Strategie-Fehlzündung den Titel verpatzte. „Unglaublich. Danke Jungs.

Ich liebe euch“, verneigte sich Vettel vor seinem Team mit stockender Stimme.

„Du bist der Weltmeister. Genieße es, Du bist der Mann“, jubelte Teamchef Christian Horner, ehe nur noch ein lautes „Jaaaaaaaaaaaaaa“ von Vettel durch den Funk hallte. „Was soll man da sagen: Es ist wunderschön“, meinte Rennstallbesitzer Dietrich Mateschitz: „Es ist ganz einfach wirklich gewaltig gewesen.“ Während Vettel auf dem Podium zu den Klängen von „Auf in den Kampf Torero“ aus der Oper Carmen feierte und einen tiefen Schluck aus der Schampus-Pulle nahm, begann in der Box die Tage dauernde Triumph-Party.

Nach dem 19. und letzten Saisonrennen übernahm Überflieger Vettel im Red Bull mit einer schier unglaublichen Punktlandung zum ersten Mal die Führung und wurde damit zweiter deutscher Weltmeister nach Michael Schumacher in der Formel-1-Geschichte - im Alter von 23 Jahren und 134 Tagen. „Er hat ein fantastisches Jahr hinter sich“, lobte Kumpel Schumacher Vettel.

Alonso, dem Rang vier zum dritten Triumph gereicht hätte, kam nicht über Platz sieben hinaus. Zusammengekauert nuckelte der Spanier nach der persönlichen Pleite an seiner Wasserflasche. Vettels Teamkollege Mark Webber wurde Achter. „Es ist kein leichter Tag für mich“, gab der Vettel-Rivale zu. Lewis Hamilton kam im McLaren- Mercedes auf den zweiten Platz. „Sebastian hat einen fantastischen Job gemacht. Er hat es sich verdient. Aber wir werden nächstes Jahr zurückkommen“, lobte der Ex-Champion.

Schon der Start wurde zum Thriller. Vettel kam eher mäßig in die Gänge, Hamilton versuchte gleich in der ersten Kurve innen vorbeizukommen. Während Alonso die gleichzeitige Attacke von Jenson Button aber nicht abwehren konnte und nach nur wenigen Metern auf Rang vier zurückfiel, verteidigte Vettel energisch seine zehnte Pole in dieser Saison. Webber blieb auf Platz fünf.

Das Aufatmen kam zu früh. Noch in der ersten Runde sorgte Rekordweltmeister Schumacher für eine Safety-Car-Phase. Der Kerpener drehte sich bei einem Überholversuch gegen den am Ende hinter Ex- Champion Jenson Button viertplatzierten Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg, blieb in „Geisterfahrer-Manier“ entgegen der Fahrtrichtung stehen und hatte Glück, als Vitantonio Liuzzi im Force India schuldlos in den Silberpfeil krachte. Das Safety Car musste bei seinem 250. Renneinsatz auf die Strecke.

In Runde sechs wurde das brisante Finale, das Vettels angereiste Familie vom Hotel an der Strecke und hunderte Fans in Heppenheim beim Public Viewing gebannt verfolgten, wieder freigegeben. Hamilton machte Druck, aber Vettel zeigte sich unbeeindruckt. Der Vorsprung schmolz dennoch zwischenzeitlich auf nur noch eine Sekunde. Die vor dem Rennen befürchteten Probleme mit den weichen Reifen auf dem Wunder-Red-Bull machten sich bemerkbar. Nach einem „SOS“-Funk von Webber bekam der Australier die harte Gummimischung in der 12. Runde.

Der 34-Jährige reihte sich in seinem 157. Rennen auf Rang 14 wieder ein und verlor zur Freude Ferraris viel Zeit hinter Alonso-Landsmann Jaime Alguersuari.

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  • Gratulieren und danken kann man allen Teams, die durch ihren erfolgreichen Renneinsatz mitgeholfen haben, die Weltmeisterschaft für Ferrari zu verhindern. Dies ist wohl das bemerkenswerteste am Ausgang der Angelegenheit. Das Verhalten Ferraris kann in seiner Gesamtheit nur als unsportlich und verachtenswert eingestuft werden, die drohende Faust Alonsos gegen Petrov nach der Zieldurchfahrt ist beredter Ausdruck, welch überheblicher Geist dort herrscht. Die Tüchtigen haben fair und brilliant gewonnen! Positiv bleibt ebenfalls zu konstatieren, daß in dieser Saison der Titel mit guter Technik auf der Rennstrecke und nicht mit pseudo-genialen boxenstops, Tankfüllungsberechnungen und Reifenwechseln, schon gar nicht vor Gericht oder Manipulationen durch Entscheidungsträger errungen wurde.

  • Herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung lieber Sebastian Vettel und weiterhin viel Erfolg.

    Es ist mal wieder schön einen Leuchturm wachsen zu sehen der auch anderen Jungen und Mädchen Mut macht aus ihren Leben was zu machen und vor allen Dingen unbeschwert durchs Leben zu gehen.

    Sorry Sebastian, aber Dein Sieg ist wie eine Klospülung wo die anderen vor allen politischen Versager mal für kurze Zeit weggespült werden.

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