Unruhe bei Renault hält an
Alonso schlägt weiter um sich

dpa SUZUKA. Fernando Alonso hat sich noch immer nicht beruhigt und schlägt vor dem möglicherweise entscheidenden Duell mit Michael Schumacher um die Formel-1-Krone weiter im eigenen Lager um sich.

Nun im Kreuzfeuer seiner Kritik: Teamkollege Giancarlo Fisichella, der Alonso beim Rennen in Schanghai zwischenzeitlich überholt hatte. „Das ist, als wenn man bei der Tour de France in den Bergen ist, man eine Panne hat und das Team und die Konkurrenz weiter den Berg hoch fahren ohne zu stoppen“, sagte der 25-Jährige auf der offiziellen Pressekonferenz drei Tage vor dem Großen Preis von Japan in Suzuka: „Das war etwas schwer zu verstehen.“

Fisichella erfuhr von Alonsos Kritik wenige Minuten später. „Wir haben eine halbe Stunde vorher noch miteinander gesprochen. Ich bin überrascht und ein bisschen enttäuscht, dass er es der Presse sagt und nicht zuerst mir“, meinte der Italiener, mit dessen Manager sich wiederum ein Renault-Sprecher ein gestenreiches Wortgefecht lieferte. „Wenn Alonso gewinnt oder nicht gewinnt, ist das nicht meine Schuld“, konterte Fisichella die Attacke Alonsos. „Er hat am Ende in China ja nur eine Position gegen Michael verloren. Ich habe nur meinen Job gemacht und war in dieser Situation schneller als er.“

Alonso bekräftige derweil auch seine Kritik am gesamten Team, das er nach dieser Saison Richtung Mclaren-Mercedes verlassen wird. Er habe sich in dieser Saison in manchen Situationen allein gelassen gefühlt und nannte die Rennen in Indianapolis (5. Platz) und zuletzt in China (2.). In Schanghai war sein 25-Punkte-Vorsprung von Ferrari- Pilot Schumacher endgültig eingeholt worden. „Ich hätte mehr Hilfe bekommen sollen“, monierte Alonso.

Er wirkte nervös auf dem Podium des Internationalen Automobilverbandes FIA. Alonso versuchte immer wieder auszuweichen. „Das ist eine schwierige Frage“, antwortete der Spanier zögerlich, als ein Journalist wissen wollte, ob er von jedem im Renault- Rennstall die volle Unterstützung bekomme. „Das Team versucht das Beste.“ Aber auch für ihn? „Wir haben manchmal verschiedene Sichtweisen.“ Auch im Kampf um die beiden Titel, sprich Fahrer- und Teamweltmeisterschaft? „Mit Sicherheit ist dem Rennstall der Konstrukteurs-Titel wichtiger, aber sie wollen beide Titel gewinnen. Das ist sicher“, antwortete Alonso.

Das Team, das auf den fatalen Boxenstopp in Schanghai reagierte und nach Medienberichten vor dem vorletzten WM-Lauf ein Mitglied der Boxencrew austauschte, hatte nach Alonsos erster Kritik (Es helfe ihm nicht und man wollte nicht, dass er mit der Nummer eins zu einem anderen Rennstall gehe) einen Treueschwur abgegeben. Die neuerliche Kritik des in dieser Saison nach drei Monaten ohne Sieg wankenden und hinter dem punktgleichen Schumacher (116) liegenden Spaniers dürfte Spuren hinterlassen. Kurz nach seinen Aussagen saßen Alonso, Teamchef Flavio Briatore und Technik-Direktor Pat Symonds, der seinem Fahrer im Duell gegen Schumacher jüngst noch das bessere Nervengerüst bescheinigt hatte, jedenfalls mit versteinerten Mienen zusammen.

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