US-Rennsport
Indycar-Katastrophe entfacht neue Sicherheitsdebatte

Nach dem tödlichen Unfall eines Fahrers bei einem Indycar-Rennen wird die Kritik am hochriskanten Spektakel lauter. Europäische Schutzsysteme könnten die Gefahren verringern.
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KölnDen Ernst der Lage erkannte der Fernsehkommentator zunächst nicht. „Here we go“, rief er in sein Mikrofon, als die Rennwagen auf dem Las Vegas Motor Speedway den Bodenkontakt verloren. Erst als der Sender Canal+ Sport2 wenige Sekunden später die brennenden und zerstörten Autos zeigte, verschlug es dem Reporter die Sprache.

Unfälle gehören zum Alltag in der amerikanischen Indycar-Serie. Doch die Massenkarambolage mit 15 Fahrzeugen am vergangenen Sonntag, bei der der Fahrer Dan Wheldon ums Leben kam, hat die Renngemeinde schockiert. Nun wird öffentlich über die Sicherheit diskutiert. Gerade Indycar-Fahrer müssen sich hohen Risiken stellen. Die Liste der Unglücke ist lang. Zwei Tage vor der Katastrophe in Las Vegas war ein Wagen im Training gegen eine Wand geknallt und in Flammen aufgegangen. Nun will der Weltautomobilverband Fia sich in die Untersuchungen des Wheldon-Unfalls einschalten. Auch Sponsoren assoziieren sich nicht gerne mit potenziell tödlichen Events.

Seit 1996 starben vier Fahrer in der Indycar-Serie. „Sie ist die gefährlichste Form des Motorsports“, sagte der ehemalige Formel-1-Weltmeister Jody Scheckter in einem Radiointerview. Sein Sohn war auch in den Unfall in Las Vegas verwickelt. „Ich habe ihn immer wieder gebeten aufzuhören“, sagte Scheckter. „Das ist es einfach nicht wert.“ Nun wird auch Kritik an den Veranstaltern laut. Sie hätten die Fahrer etwa durch die Auswahl der Rennstrecke in Las Vegas unnötigen Risiken ausgesetzt. Angeheizt wurde das Rennen noch durch eine Extraprämie von fünf Millionen Dollar. Die sollte sich Wheldon mit einem Fan teilen, wäre er vom Ende des Feldes zum Sieg gefahren.

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„Überholmanöver kommen in den USA jede Minute vor“

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