Verkauf der Formel 1

Deal noch in weiter Ferne

Niemand weiß so recht, wie es um die Zukunft der Formel 1 bestellt ist. Potenzielle Käufer haben offenbar mit Prüfung der Bücher begonnen – ein Deal gilt aber noch lange nicht als ausgemacht.
Der Boss der Formel 1 sorgte mit seinen jüngsten Aussagen für Irritationen. Quelle: AFP
Bernie Ecclestone

Der Boss der Formel 1 sorgte mit seinen jüngsten Aussagen für Irritationen.

(Foto: AFP)

LondonEs waren gleich zwei Kommentare, die Bernie Ecclestone, der wohl mächtigste Mann der Formel 1, diese Woche zur Zukunft der Rennserie machte. Und sie klingen recht widersprüchlich. Erst kündigte er Medienberichten zufolge an: „Wir werden in Kürze einen neuen Eigentümer habe, noch dieses Jahr.“

Nur wenige Tage später zitiert ihn „Motorsport.com“ mit etwas anderen Worten: Der Mehrheitsaktionär der Formel 1, der Finanzinvestor CVC, wolle eigentlich nicht verkaufen. „Wenn jemand kaufen und jemand nicht verkaufen will, ist die Sache schwierig“, sagte Ecclestone.

Die große Krise der Formel 1
Marussia F1 Team
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Am Wochenende findet in der Formel der Große Preis von Abu Dhabi statt. Zwei Teams sind akut in ihrer Existenz bedroht, Caterham und Marussia (Foto). Ihre Geldprobleme offenbaren grundsätzliche Probleme in der Formel 1. Denn: Viele Rennställe leben im Motorsport am Existenzminimum.

huGO-BildID: 33650555 (FILES) A picture taken on November 21, 2011 shows former F1 chief Max Mosley arriving to attend the Leveson Inquiry in central
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„Kein fairer Wettbewerb mehr“

Das sagt Max Mosley, ein Sportfunktionär aus Großbritannien. Er verweist dabei natürlich auf Caterham und Marussia, die nach ihren Insolvenzanträgen mehr denn je ums Überleben kämpfen. Und er befürchtet Schlimmes.

Quellen: dpa/sid

huGO-BildID: 39739263 Caterham's Swedish driver Marcus Ericsson drives during the inaugural Russian Formula 1 Grand Prix at the Sochi Autodrom i
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Es geht um die Mittel, die man in den Sport stecken kann: „Das große Problem ist, dass die großen Teams so viel mehr Geld haben als Teams wie Caterham und Marussia“, sagt der frühere Automobil-Weltverbandschef Max Mosley in einem Interview von BBC Radio 5. 

Bernie Ecclestone
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Wie können Teams in solche Schieflagen geraten? Versäumnisse im Management sind sicher ein Faktor. Die Formel 1 hat aber ein grundlegendes Problem: der Verteilungsschlüssel des Geldes. Und diesen gibt Chefvermarkter Bernie Ecclestone vor.

Bernie Ecclestone
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So gibt es je nach WM-Rang millionenschwere Prämien. Dem Fachmagazin „Auto, Motor und Sport“ zufolge gelten Ferrari, Red Bull, Mercedes, McLaren und Williams aber als „privilegierte Teams“, die unabhängig von der Platzierung Sonderzahlungen erhalten. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft im teuren Wagnis Formel 1 weit auseinander. Könnte es weitere Rennställe treffen?

Australia Formula One Grand Prix
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Für kleine Rennställe sei ein vorzeitiges Ende im Grunde unausweichlich, und die jüngsten Fälle „werden wohl nicht die letzten sein“, glaubt Mosley. 2009 war er mit einem Vorstoß für eine Budgetgrenze gescheitert, nachdem einige Teams mit der Gründung einer eigenen Rennserie drohten.

Jean Todt
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Auch Mosleys Nachfolger Jean Todt kämpft für eine Ausgabendeckelung. Doch Top-Rennställe wie Red Bull oder Ferrari gelten als scharfe Gegner eines Ausgabenlimits.

Nach Informationen aus Kreisen derer, die mit der Sache vertraut sind, haben potenzielle Käufer mit der Prüfung der Bücher begonnen: ein Konsortium um den US-Milliardär Stephen Ross und katarischen Investoren. Dass sie großes Interesse an der Formel 1 haben und diese mit gut acht Milliarden Dollar bewerten, ist bereits im Juni bekannt geworden.

Doch ein Deal gilt noch lange nicht als ausgemacht: Es gebe noch einige Hürden und die ganze Sache könne scheitern, heißt es aus Kreisen der Beteiligten, die damit teilweise einem Bericht der britischen Wirtschaftszeitung „Financial Times“ widersprachen. In der Freitagsausgabe heißt es, Ross und CVC hätten den Deal bereits per Handschlag besiegelt und man nähere sich der Ziellinie.

CVC wollte sich dazu nicht äußern – der Finanzinvestor hat gut 60 Prozent der Anteile an der Formel 1 vor etwa neun Jahren übernommen. Ein Drittel dieses Pakets hat CVC später an drei Investoren verkauft – darunter den weltweit größten Vermögensverwalter Blackrock. Einen anderen Plan, die Formel 1 an die Börse zu bringen, hat die Finanzgesellschaft bisher nicht verwirklicht.

Auch Ecclestone hält noch einen Anteil von gut fünf Prozent an der Rennserie. Medienberichten zufolge will er sein Paket nicht verkaufen und auch bei einem möglichen Wechsel des Mehrheitseigners seinen Job im milliardenschweren Formel-1-Geschäft, das er selbst groß gemacht hat, behalten.

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