Zetsche will den Sport besser vermarkten
Daimler gibt Vollgas für die Formel 1

Millionen Fans wenden sich von der Königsklasse im Motorsport ab. Daimler-Chef Zetsche will da nicht länger zusehen und droht: Wenn die Fernsehsender sich nicht anstrengen, steigt Daimler selbst in die Übertragung ein.
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DüsseldorfDer Negativtrend in der Formel 1 ist seit Jahren deutlich erkennbar – weltweit. Dagegen will jetzt einer etwas tun, der sich selbst für einen treuen Anhänger des Motorsports hält und der über Macht und Mittel verfügt, einzugreifen: Daimler-Chef Dieter Zetsche. In einem Interview mit dem Magazin Deutsche Unternehmerbörse (DUB), das mit dem Handelsblatt kooperiert, sagte Zetsche: „Wir müssen die Formel 1 stärker digital und interaktiv vermarkten.“ Im Zweifelsfall werde sich Daimler selbst dabei engagieren.

Was Zetsche weiß: Immer weniger Fans schalten den Fernseher ein, wenn die Königsklasse im Autorennen läuft. Das wird auch an diesem Wochenende nicht anders sein, wenn der Rennzirkus beim Großen Preis von Italien in Monza gastiert. Vor allem Ferrari und seine Fans warten dort sehnsüchtig auf den nächsten Sieg bei ihrem Heimrennen. Deutsche Motorsportfreunde erinnern sich gerne an die Siege von Michael Schumacher als Ferrari-Pilot vor mehr als einem Jahrzehnt. Damals, so haben sie es in der Erinnerung, war ihr Sport noch spannend.

Auch 2007 verfolgten immerhin knapp 600 Millionen Menschen vor den Bildschirmen die Rennserie, 2012 waren es dagegen nur rund 500 Millionen und 2014 nur noch 435 Millionen. „Weltweit verlor die Formel 1 im Jahr 2014 etwa 25 Millionen Zuschauer“, beschreibt Xander Heijnen, Mitgründer von des Branchenreports Formula Money, die Entwicklung.

Die Rennklasse hat sich extrem stark an das Fernsehen gebunden. Deren Macher fuhren in den alten Bahnen weiter. Die Folge: Die Zuschauerzahlen gingen auch in Deutschland 2014 um 17,4 Prozent bei RTL und 15,9 Prozent bei Sky zurück. Finanziell lohnt sich das Spektakel für die Rennserie dennoch: Wegen der Konkurrenz der TV-Sender steigen die Fernseheinnahmen, wie Branchenkenner Heijnen auf einem Sponsors-Branchentreff in Köln berichtete.

Die Zahlen zeigen jedoch: Motorsportanhänger in aller Welt sind unzufrieden, und sie sagen das auch. Das zeigte besonders deutlich eine Umfrage, die Anfang Juli von der Fahrergewerkschaft GPDA veröffentlicht wurde. Der Großteil der mehr als 217.000 befragten Fans aus 194 Ländern verbindet mit der Formel 1 vor allem die Begriffe „teuer“, „technologisch“ und „langweilig“. Noch 2010 hatten die befragten Fans die Rennserie in einer ähnlichen Umfrage mit den Schlagwörtern „technologisch“, „ausgeglichen“ und „spannend“ verbunden.

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  • Am besten FAN Boost einführen, dann schauen zwar mehr, aber keine Motorsportfans!

  • @Benedikt, es reicht wenn Heiko Wasser in Rente geht, der Danner kann nix dafür. Ätzend wenn Wasser Omas mit Erdbeertörtchen das Reglement erklären will.

  • ja wäre toll wenn die Kommentatoren bei RTL mal während das Rennen einfach mal die Fresse halten würden, dafür mehr Sound sprich Onboardszenen liefern würden.
    Kamara immer auf den führenden und nicht da wo gerade "gefightet"wird.

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