Motorsport
Zwei Teams streiten um Ferrari-Nachfolge

Nach dem Einzeltitel von Fernando Alonso will sich Renault auch den Konstrukteurs-Titel in der Formel 1 gönnen. Nur die im Training stärkeren "Silberpfeile" von Mclaren-Mercedes könnten dies noch verhindern.

Nachdem die WM-Krone in der Formel 1 bereits für Spaniens Youngster Fernando Alonso reserviert worden ist, dreht sich beim letzten Rennen der Saison in China alles um die Frage nach dem besten Team. Beim ersten Training für das große Finale am Sonntag in Schanghai (8 Uhr Mesz/RTL und Premiere live) setzte Testfahrer Pedro de la Rosa (Spanien) die Bestzeit, die Silberpfeile dominierten das Duell gegen den Erzrivalen Renault. Michael Schumacher droht dagegen nach dem 14. Platz ein frustrierendes Ende seiner schwächsten Saison seit sechs Jahren.

"Das war ein guter Auftakt in China. Ich glaube, dass wir hier zwei Punkte mehr als Renault holen können. Wir wollen diesen Titel", erklärte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Der beim Rennen nicht startberechtigte de la Rosa war in beiden Trainingsstunden überlegen der Schnellste mit einer Bestzeit von 1:32,834 Minuten. Sein Teamkollege Kimi Räikkönen (Finnland/1:34,092 Minuten) gewann als Dritter den direkten Vergleich gegen den viertplatzierten Weltmeister Fernando Alonso (Spanien/1:34,226) im Renault.

Mclaren scheint auf dem Weg zum Titel

Auch der zweite Silberpfeil-Pilot Juan Montoya (Kolumbien/1:34,541) lag als Fünfter deutlich vor dem auf Rang sieben gelandeten Renault-Mann Giancarlo Fisichella (Italien/1:34,932). Bei einem derartigen Einlauf am Sonntag wären die zwei Punkte Rückstand aufgeholt, Mclaren-Mercedes stünde als Nachfolger des nach sechs Titeln in Folge entthronten Champions Ferrari fest.

Der zweite Konstrukteurstitel mit Mclaren nach 1998 würde acht Mill. Euro mehr als der ungeliebte zweite Platz einbringen - der verdiente Lohn für bislang zehn Saisonsiege und zuletzt sechs in Serie. Feiert Räikkönen in China seinen achten Saisonsieg, wäre er zudem der Fahrer mit den meisten Siegen, der nicht Weltmeister geworden ist.

"Schumi" frustriert, Chinesen desinteressiert

Ganz nach oben will auch der siebenmalige Champion Michael Schumacher im nächsten Jahr wieder, allerdings betrug zum Saisonende der Abstand zur Spitze in 1:35,494 Minuten fast drei Sekunden. Sein Bruder Ralf landete im Toyota gar nur auf Platz 18 (1:36,051). "Wir haben keine Lösung für unsere Probleme, deshalb sind wir froh, dass die Saison vorbei ist. Dann können wir noch intensiver an unseren Problemen arbeiten", erklärte Michael Schumacher. Ob er Platz drei in der Fahrerwertung verteidigt, ist dem 36-Jährigen egal: "Ich hoffe aber, dass wir irgendwie einen versöhnlichen Abschluss hinkriegen."

Die für 300 Mill. Euro erbaute Strecke mit futuristischer Architektur bezeichnete Schumacher als nicht fahrerfreundlich. Er selbst leistete sich einen Dreher, Red-Bull-Pilot Christian Klien (Österreich) verlor ein Rad, Toyota-Mann Jarno Trulli (Italien) musste sein defektes Auto eigenhändig vom Kurs schieben.

Training vor leeren Rängen

Das alles sahen im nebligen Schanghai höchstens 10 000 Fans - auch am Sonntag ist nur die Hälfte der 200 000 Tickets verkauft. Das letzte Rennen in der längsten Saison der Geschichte ist auch der letzte Auftritt für die Traditionsteams Sauber (künftig BMW), Jordan (künftig Midland) und Minardi (künftig Squadra Toro Rosso).

© SID

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