Motorsport
Zwiespalt nach Skandal-Rennen von Indianapolis

Die Formel-1-Lager befinden sich nach dem Skandalrennen in Indianapolis im Zwiespalt. Wertete Minardi-Boss Paul Stoddart den ersten doppelten Punktgewinn in 16 Jahren ab, ließ sich Jordan-Pilot Narain Karthikeyan feiern.

Das Formel-1-Rennen in Indianapolis glich einer Farce. Lediglich sechs Autos kämpften um WM-Punkte, nachdem sämtliche mit Michelin-Reifen bestückte Teams aus Sicherheitsgründen auf einen Start verzichteten. Die Reaktion der Teams könnte nach dem Rennen unterschiedlicher kaum ausfallen. "Ich bin weder stolz, noch glücklich über die gewonnen Punkte", verleiht Minardi-Boss Paul Stoddart seiner Enttäuschung Ausdruck. "Das war ein schwarzer Tag für die Formel 1. Der Schaden ist unermesslich. Mich würde es nicht wundern, wenn hier kein Formel-1rennen mehr stattfindet."

Karthikeyan: "Punkte sind Punkte"

Auf der anderen Seite lässt sich Jordan-Toyota-Pilot Narain Karthikeyan nach seinem vierten Platz feiern. "Das sind meine ersten Punkte in der Formel 1 und es spielt überhaupt keine Rolle, wie diese zustande gekommen sind. Punkte sind Punkte", jubelte der Pilot, der als erster Inder überhaupt in der Formel 1 WM-Punkte verbuchen konnte.

Zuvor hatten sich neun der zehn Rennställe für eine Schikane in der Steilkurve ausgesprochen, um das Rennen an der brisanten Stelle zu verlangsamen. Lediglich Ferrari widerstrebte der Vorschlag. Zudem kam der Vorschlag, dass die Bridgestone-Teams voraus fahren sollten und das die Michelin-Teams keine Punkte bekommen, doch der Dachverband lehnte ab. "Der einzige Grund, dass Minardi mitgefahren ist war, dass Jordan nicht mehr zu der am Morgen beschlossenen Vereinbarung stand, nicht zu fahren. Das brachte uns in eine unmögliche Situation", so Stoddart.

Stoddart: "Zumindest hätten wir die Zuschauer unterhalten"

"In der heutigen Formel 1 geht es nur um Politik. Wenn jemand glaubt, dass es um Sicherheit ging, dann soll er. Es ging nicht um Sicherheit. Eine Schikane wäre eine Sicherheitsmaßnahme gewesen. Man hätte nur darüber beraten müssen, ob alle Teams um Punkte gefahren wären, oder nicht. Zumindest hätten wir die Zuschauermassen unterhalten", verschaffte sich Stoddart weiter Luft.

Max Mosley, Präsident des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA), konnte die Äußerungen des Minardi-Chefs nicht nachvollziehen. "Es scheint, dass Michelin keine sicheren Reifen fabriziert hatte und nun sollte der Kurs zur zu Gunsten der Sicherheit geändert werden. Die FIA zeigte Möglichkeiten auf, wie die Teams dennoch gegeneinander antreten hätten können. Aus gewissen Gründen wurden diese Optionen nicht akzeptiert", hält sich Mosley bedeckt.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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