Brompton-Räder
Die faltbare Londoner Mobilität

Die Falträder der Marke Brompton wurden Mitte der 70er Jahre in Westlondon entwickelt. Nach einem schweren Start boomt das Unternehmen inzwischen – und die Olympischen Spiele sorgen für weiteres Wachstum.
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LondonSpätestens ab 17.30 Uhr sind sie unübersehbar, überall in der Londoner Innenstadt. Männer mit Anzügen und Frauen in schicken Kostümen, unterwegs auf kleinen, seltsam aussehenden Fahrrädern. Die Reifen sind so groß wie bei einem Kinderrad, die Lenker sehen aus wie ein übergroßes U, die Rahmen der Räder sind leicht gebogen.

Vor dem Pub, dem Supermarkt oder am Bahnhof verwandeln sie das Rad mit wenigen Handgriffen in ein Paket, kaum größer als eine Aktentasche. Keine 20 Sekunden dauert das Zusammenklappen.

Brompton heißen diese exzentrischen Gefährte, sie gehören zu London wie Big Ben, der Tower und das schlechte Wetter – nicht nur, weil sie im Straßenbild allgegenwärtig sind. In einer Wohnung im Londoner „Brompton Quarter“ wurden sie entwickelt, am Westrand der Stadt werden sie produziert – vom größten und erfolgreichsten englischen Fahrradhersteller. Mit 160 Mitarbeitern ist die Brompton Bicycle Ltd. einer der wichtigsten industriellen Arbeitgeber in der britischen Hauptstadt.

„Wir sind durch und durch London“, sagt Brompton-Chef Will Butler-Adams. „Eigentlich ist es total verrückt, hier Fahrräder zu bauen.“ Wer am grünen Tisch den besten Ort für eine Fahrradfabrik suchen würde, käme wohl als letztes auf London. „Aber hier hat für uns alles angefangen, und hier sind wir bis heute“, betont Butler-Adams. Die Produktion nach Asien zu verlegen? Das komme überhaupt nicht in Frage.

Erfolgreich ist die Firma auch so. Jedes Jahr steigt der Umsatz, der zuletzt bei 16 Millionen Pfund lag, um 15 Prozent. Butler-Adams: „Wir können nicht so viele Räder bauen, wie wir verkaufen könnten.“ Bis zu 14 Wochen betragen die Wartezeiten für das Rad, dessen Basismodell in Deutschland 940 Euro kostet. Je nach Ausstattung kann der Preis auf bis zu 2600 Euro steigen.

Kommentare zu " Brompton-Räder: Die faltbare Londoner Mobilität"

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  • Naja, das ist ein wenig Äpfel mit Birnen vergleichen. Vom Preis und den Innovationen her, sind die Asiaten super, wer aber tagtäglich das gute Stück falten muss und dieses auch eine wenig als Weltanschauung verinnerlicht, kommt an Brompton nicht vorbei. Vgl.: http://www.commutebybike.com/2011/03/29/brompton-the-sex-pistols-of-folding-bikes/

  • @FriedrichBolle

    Warum sollte ich also in diesem Jahr ein Dahon kaufen, wenn es im nächsten Jahr voraussichtlich 5% günstiger ist? Oder im Folgejahr? Oder im Folgejahr?

  • @Olaf Storbeck

    Ich kann John Canna nur zu stimmen.

    Gewicht und Radgröße sind im Vergleich zu Dahon nicht gerade optimal.

    Vielleicht sollte Brompton einmal über den Tellerrand schauen und sich die Philosophie von Dahon aneignen:

    Dahon hat sich selbst die 15% Regel gesetzt. Dies bedeutet, dass die Entwickler versuchen jedes Jahr etwas an den Dahon Falträdern um 15 % zu verbessern (z.B. 5% weniger Gewicht + 5% mehr Komfort + 5% günstiger). Somit kommt es nie zum Stillstand in der Entwicklung und wir können gespannt sein auf weitere, kommende Entwicklungen.

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