Deutschlands Olympia-Tag
Rudergold, Bronze und fünfmal Silber

Medaillenregen in London: Die deutschen Olympioniken holten am fünften Wettkampftag gleich mehrfach Edelmetall. Vor allem der Ruder-Achter stach heraus. Dazu gab es gleich fünfmal die Silbermedaille - und einmal Bronze.
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LondonFavorit Fabian Hambüchen patzte, dafür verblüffte Außenseiter Marcel Nguyen an einem historischen Abend. Mit seinem sensationellen zweiten Platz ist der Barren-Europameister aus dem Schatten des Turn-Champions getreten und hat bei den Olympischen Spielen in London dank einer unglaublichen Aufholjagd die erste Medaille eines deutschen Mehrkämpfers seit 1936 geholt. „Ich bin überwältigt. Das ist ein Riesengefühl, hier mit einer Medaille zu stehen. Ich habe mich nicht verrückt machen lassen“, erklärte der neue Turn-Held mit einem breiten Grinsen und präsentierte stolz sein Silber.

76 Jahre nach dem Olympiasieg von Alfred Schwarzmann in Berlin lieferte der 24 Jahre alte Unterhachinger am Mittwoch vor 16.500 Zuschauern in der ausverkauften North Greenwich Arena den Wettkampf seines Lebens. Mit 91,031 Zählern musste er nur dem haushohen Favoriten Kohei Uchimura (92,690) aus Japan den Vortritt lassen. Bronze ging an den US-Amerikaner Danell Leyva mit 90,698 Zählern. Hambüchen stürzte dagegen nach drei schweren Schnitzern auf Rang 15 ab und turnte mit 87,765 Punkten noch drei Zähler weniger als in der Qualifikation.

Am Mittag hatte sich der Deutschland-Achter sich in London nicht vom Gold-Kurs abbringen lassen. Versilbert wurde der fünfte Wettkampftag der Olympischen Spiele durch Judoka Kerstin Thiele, die Radsportler Tony Martin und Judith Arndt sowie den Frauen-Doppelvierer im Rudern. Mit Bronze im Kajak-Einer steuerte Slalomkanute Hannes Aigner am Mittwoch die sechste Medaille für das deutsche Olympia-Team bei. Im Medaillenspiegel nahm die Mannschaft nach 64 Entscheidungen mit drei Gold, sieben Silber- und zwei Bronzemedaillen Rang fünf ein.

„Das wird die Stimmung in der deutschen Mannschaft noch weiter anfeuern - so weit das möglich ist. Das ist ein positives Signal an die anderen“, sagte DOSB-Präsident Thomas Bach, der sich mit den Sportlern freute. Mit dem Finalsieg auf dem Dorney Lake bei Eton hatte der Deutschland-Achter den Medaillenreigen am Mittwoch eröffnet. Das Paradeboot des Deutschen Ruder-Verbandes holte nach 24 Jahren wieder olympisches Gold. Der Doppelvierer der Frauen musste sich nur dem Boot aus der Ukraine geschlagen geben und gewann Silber.

Zweite wurden auch Martin und Arndt, die den deutschen Radsportlern die ersten Medaillen in London bescherten. Der durch einen Handbruch gehandicapte Martin musste im Zeitfahren nur dem überragenden Tour de France-Sieger Bradley Wiggins aus Großbritannien den Vortritt lassen. „Ich bin jetzt noch ganz sprachlos. Das ist eine Leistung, vor der man nur den Hut ziehen kann“, verneigte sich DOSB-Chef Bach vor Martin. Für Arndt war bei ihren letzten Olympischen Spielen die Amerikanerin Kristin Armstrong zu stark.

Einen Tag nach Silber für Ole Bischof holte Kerstin Thiele überraschend das zweite Edelmetall für die deutschen Judokas. Im Finale war die 25-Jährige in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm gegen die französische Weltmeisterin Lucie Decosse allerdings chancenlos. Mit einem beherzten Finallauf paddelte Kanute Aigner im olympischen Wildwasserkanal zur Bronzemedaille.

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