Kritik am DOSB
Fechterin Duplitzer teilt gegen Sportbund aus

Degenfechterin Imke Duplitzer macht dem Deutschen Olympischen Sportbund schwere Vorwürfe, attestiert Trainer- und Nachwuchsschwund – und Hilflosigkeit im Kampf gegen Doping. Der Verband reagiert betreten.
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BerlinDegenfechterin Imke Duplitzer hat trotz möglicher Konsequenzen ihre Kritik am deutschen Sportsystem und der Führungsspitze des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) erneuert. "Ich habe die Wahrheit gesagt und niemanden persönlich angegriffen", sagte die 36-Jährige, die in London ihre fünften Olympischen Spiele absolvieren wird, im ZDF-Morgenmagazin: "Herr Michael Vesper (DOSB-Generaldirektor, d. Red.) und Herr Thomas Bach (DOSB-Präsident, d. R) sind eben unsere Vertreter. Und dass man da mal überlegen muss, ob man alles getan hat. Oder was man konstruktiv besser tun könnte."

Am Sonntag hatte die zweimalige Europameisterin im Interview mit der Bild-Zeitung zum großen Rundumschlag ausgeholt und Bach und Vesper vorgeworfen, nichts mehr zu raffen. "Die Funktionäre wissen gar nicht mehr, was in der Sporthalle los ist. Liegt auch daran, dass sie in ihrem Pixiewolkenkuckucksheim leben", hatte die Mannschafts-Silbermedaillengewinnerin von Athen 2004 kritisiert.

Zu möglichen Konsequenzen sagte Duplitzer am Montagmorgen: "Ich habe jetzt nicht mehr viel zu verlieren, klingt ein bisschen hoffnungslos. Ich habe schon viel zu verlieren. Ich liebe meinen Sport", sagte sie und antwortete auf die Frage, ob auch ein Ausschluss von den Olympischen Spielen möglich sei: "Darüber sollen andere Leute entscheiden."

In einer ersten Stellungnahme hatte DOSB-Sprecher Christian Klaue einen Kommentar abgelehnt, gleichzeitig aber erklärt, er rechne eher nicht damit, dass Duplitzer aus der deutschen Mannschaft ausgeschlossen werde.

Leistungssport-Vizepräsidentin Christa Thiel hat derweil kein Verständnis für die Verbal-Attacke von Degenfechterin Imke Duplitzer gegen die Funktionäre des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). "Ich halte die Kritik für verfehlt und deplatziert. Vielleicht will sie ein bisschen Aufmerksamkeit", sagte Thiel am Montag in Frankfurt beim Abflug der deutschen Hockey-Männer nach London.

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