Olympia als Konjunturturbo
Nur ein kurzes Feuerwerk

Großbritannien steckt in der Rezession. Die Olympischen Spiele sollen Linderung bringen, so die Hoffnung. Ein kleines ökonomisches Wunder hat das Mega-Spektakel auch schon bewirkt. Doch es ist wohl nur ein Strohfeuer.
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LondonUm 21:00 Uhr Ortszeit wird sich heute Abend der Vorhang zur größten Sportshow auf diesem Planeten heben. Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in London werden außer Hunderten von Freiwilligen und Künstlern auch zehn Hühner und 70 Schafe ihren großen Auftritt haben. Oscar-Regisseur Danny Boyle will das Stadion im armen Londoner Osten in eine Art ideale englische Landschaft verwandeln, inklusive Dorfanger, Maibaum, Nutztieren und Cricket-Team.

Doch die harte Realität im Königreich ist meilenweit entfernt von der ländlichen Idylle, die Boyle inszeniert. Kaum war die tiefste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit überwunden, rutschte das Land in diesem Frühjahr in die nächste Rezession. Die Folgen der Misere lassen sich bereits am Straßenbild ablesen. Selbst in eigentlich gut situierten Londoner Vierteln stehen immer mehr Ladenlokale, Cafés und Pubs leer.

Fast zehn Jahre lang hat sich das Land auf Olympia vorbereitet, 9,3 Milliarden Pfund investierten die Steuerzahler, dreimal so viel wie ursprünglich geplant. Nun hoffen die Briten, dass die Spiele der schwer angeschlagenen Konjunktur wieder auf die Beine helfen.

Für ein kleines ökonomisches Wunder hat das Mega-Ereignis bereits gesorgt. Trotz Rezession fiel die Arbeitslosenquote in den drei Monaten bis Ende Mai von 8,3 Prozent auf 8,1 Prozent, der tiefste Stand seit dem vergangenen Sommer. Für Volkswirte ist klar: Hinter dem Miniboom stecken die diversen Olympia-Projekte.

Die meisten Experten gehen davon aus, dass das Sportspektakel das Land zumindest kurzfristig aus der Rezession holen wird. Die Ökonomen von Goldman Sachs sagen beispielsweise für das dritte Quartal einen Wachstumsschub von 0,3 bis 0,4 Prozentpunkten durch Olympia voraus.

Dafür sorgen vor allem direkte Einnahmen aus Ticketverkäufen plus die Ausgaben des Olympia-Organisationskomitees für Löhne und Infrastruktur während der Spiele. Dazu kommt das Geld, das die Touristen in der Stadt lassen - allein in den drei kommenden Wochen könnten das 665 Millionen Fund sein, schätzt der Kreditkartenkonzern Visa.

Aktuell nimmt die Rezession auf der Insel jedoch immer erschreckendere Ausmaße an. Im zweiten Quartal rutschte die Wirtschaft deutlich tiefer in die Krise als befürchtet, wie die am Donnerstag veröffentlichte Konjunkturstatistik zeigt.

Von März bis Ende Juni schrumpfte die Wirtschaft im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent. Volkswirte hatten mit einem Minus von 0,2 Prozent gerechnet. Lee McDarby von der Investmentbank Investec spricht von „erschreckenden Zahlen, die zeigen, dass sich die Schwäche der britischen Ökonomie nicht mehr länger nur mit der Ansteckung durch die Euro-Krise erklären lässt.“

Kommentare zu " Olympia als Konjunturturbo: Nur ein kurzes Feuerwerk"

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  • "...vorbereitet, 9,3 Milliarden Pfund investierten..." - das heißt gar nichts, siehe Kurt Becks Erfolgsmodell, der Nürburgring. By the way, did they mention the war ?

  • Im Artikel und den kommentaren zeigt sich wieder wie medioker und inferior dieses popelige, provinzielle Deutschland der kleinen schwaebischen Mashinenbauer und Bastler ist.
    14 (!!!)Jahre lang war D. das Schlusslicht in Europa, die Haeme und Besserwisserei aufgrund des jetzigen und kurzen Aufschwungs wird schnell wieder ersetzt von der fuer diese Deutschen typischen Stieffelleckerei und Unterwuerfigkeit.
    Man hat sie an der Kehle oder unterm Stiefel (Churchill).

    Wenn dieses Volk nur ein Gran der Britischen "stiff upper lip",der Weltlaeufigkeit und kulturellen Weisheit haette!

  • Meine Ommma hätte es nicht besser formulieren können, als die beiden Bildungsbürger vor mir...

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