Olympia-Kulturfestival
„Die größte Party der Geschichte“

Kunstfestival oder Dauerentertainment? Das London 2012 Kulturfestival lässt Olympia-Besuchern eigentlich keine Zeit mehr für den Sport. Die Macher versprechen einmalige Shows, mitten in der Metropole.
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LondonKann etwas so groß sein, dass man es nicht mehr wahrnimmt? Oder gibt es „einfach zu viel Spaß in der Welt?“ So stöhnte Bruce Springsteen Gitarrist Steven Van Zandt, als der historische Auftritt von Springsteen und Paul McCartneys letzte Woche im Hyde Park abrupt beendet wurde, weil die Parkaufsicht den Stecker zog. Londoner können, wenn es um historische Kulturereignisse geht, erstaunlich blasiert bleiben. Die Anwohner an der Monopoly-Spielern einschlägig bekannten Park Lane fühlten sich durch das Dröhnen der Bässe zur Nachtstunde gestört.

An diesem Wochenende wird es noch doller in der Olympiastadt: Das Musikfestival „BT River of Music“ findet auf 6 Bühnen entlang der Themse statt. Eine Bühne pro Kontinent, zwei für Europa, 1500 Künstler. Vom Bandoneon zum Digeridoo, von der chinesischen Quin, einer Art Kniegeige, bis zur Zitter des vietnamesische Instrumentalisten Vân-Anh Võ wird kaum ein Instrument der Welt ungehört bleiben – der Zitterspieler wird auf der „Asienbühne“ im Battersea Park vom Kronos Streichquartett begleitet. „Es ist die größte all unserer Veranstaltungen und ich glaube, ehrlich gesagt, das wird nun Maßstab und Norm für alle künftigen olympischen Spiele“, glaubt die Direktorin der „Cultural Olympiad“, Ruth McKenzie.

„BT River of Music“ ist nicht etwa der Auftakt zum Olympia Kulturfest - eher der Paukenschlag fürs Finale. .„Die Kulturolympiade begann am Tag nach den Spielen in Bejing 2008 “, klärt McKenzie auf. Verstanden hat das Konzept des Vier-Jahre-Festivals nie jemand so recht. Vier Jahre lang morphte sich diese Kulturolympiade durch viele Daseinsformen, war überall und nirgends, ohne Zentrum und Gesicht – und hinterließ doch überall im Land bleibende Eindrücke. „Die größte Feier von Kultur in der Geschichte der modernen olympischen Bewegung“, prahlt das Organisationskomitee LOCOG. McKenzie kann schon statistisch einen Kulturtsunami belegen, der vier Jahre lang im ganzen Land an Fahrt gewann und nun über London hereinschwappt. Über 18 Millionen Besucher, 12.000 Veranstaltungen, 25.000 Künstler, 8.300 Workshops, ein Budget von 97 Millionen Pfund. „Eine erstaunliche Leistung“, lobt McKenzie. Worauf es aber wirklich ankommt: „Die Kreativität von Tausenden von Menschen wurde geweckt und gefördert“.

Fürs Finale hat dieses Kulturolympia nun den nicht sonderlich originellen Namen „London 2012 Festival“ erhalten, es begann offiziell am 21. Juni und läuft bis 19. September nach den paralympischen Spielen läuft mit prall gefüllten Kalender. Ob die Leute nun wissen, wie es heißt und was es ist, Londons Bürgermeister Boris Johnson hat „die größte Party der Geschichte“ versprochen und er will halten, was er verspricht. „Unser fundamentales Kriterium für alle Shows ist, dass sie nur einmal im Leben passieren werden“.

Als der Fernsehsender Channel 4 Ende Juni in Birmingham die Menschen nach dem Olympia-Kulturfestival fragte, schüttelten die meisten Menschen bedauernd den Kopf. Dabei fand eine der größten Produktionen genau vor ihrer Nase statt: „The Voyage“, ein Theaterspektakel mit Akrobatik, Musik, Massenchören, Tanz auf einem lebensgroßen Ozeandampfer, der auf dem Victoria Square aufgebaut war. Das Thema beschrieb der australischen Regisseur Patrick Nolan als „die vielen Menschen, die große Risiken auf sich nehmen, um ein neues Leben zu beginnen“. Es ging um die Einwanderer, die in den Fünfziger und Sechziger Jahren nach England kamen, viele aus der Karibik. Es ist für Birmingham besonders relevant, das vor vier Jahren die erste Stadt Europas wurde, in der die „ethnischen Minderheiten“ in der Mehrheit sind.

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„Die größte Party der Geschichte“

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Mit dabei: Eine gigantische Hüpfburg

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