Rudern
Deutschland-Achter holt Gold

Der Deutschland-Achter hat erstmals seit 24 Jahren olympisches Gold gewonnen und damit die hohen Erwartungen erfüllt. Das Flaggschiff des Ruderverbandes siegte souverän vor Kanada und Großbritannien.
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EtonDer Mythos lebt. Nach langer olympischer Durststrecke taugt der Deutschland-Achter wieder zum nationalen Erfolgssymbol. In einem packenden Finale auf dem Dorney Lake von Eton gewann das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) am Mittwoch das erste Gold seit 1988. Nach starkem Schlussspurt verwies die Crew um Schlagmann Kristof Wilke aus Radolfzell die Konkurrenz aus Kanada und Großbritannien auf die Plätze zwei und drei. Mit der Energieleistung krönte die seit dem Tiefpunkt mit dem letzten Platz in Peking 2008 ungeschlagene Mannschaft von Erfolgscoach Ralf Holtmeyer eine unglaubliche Erfolgsserie von 36 Rennen ohne Niederlage.

„Es waren jetzt vier Jahre, in denen wir alles für den Sport getan haben“, sagte Wilke mit tränenerstickter Stimme. Dass das Team nun auf dem olympischen Thron stehe, sei „nicht in Worte zu fassen. Auf den letzten 500 Metern haben wir uns so heiß gemacht und alles rausgehauen“, berichtete der Schlagmann. Das Motto im Boot habe während der 2000 Meter gelautet: „Weiter, weiter!“

Wie schon bei den vergangenen drei Weltmeisterschaften erwies sich der deutsche Achter am Ende als übermächtig. Trotz der lautstarken Unterstützung von 25 000 Zuschauern für das britische Boot bewahrten Wilke und Co. bei fairen Bedingungen mit mäßigem Wind und wenig Wellen die Nerven, obwohl die Gastgeber lange Zeit mächtig dagegenhielten. Der WM-Zweite musste dem hohen Tempo im Finish aber Tribut zollen und sogar noch Platz Kanada überlassen.

Der famose Start-Ziel-Sieg nur wenige Minuten nach der Silberfahrt des deutschen Frauen-Doppelvierers wurde stürmisch bejubelt. Anders als vor vier Jahren, als das einst ruhmreiche Großboot als Letzter ein Bild des Jammers abgegeben hatte, überwog diesmal der Stolz. Besondere Genugtuung empfanden die Crew-Mitglieder Wilke und Florian Mennigen (Ratzeburg). Beide waren schon beim letzten Rang in Peking dabei gewesen und hatten sich damals geschworen, diese Pleite vergessen zu machen.

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Vierter Sieg bei Olympia

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