Sechstes Gold für Deutschland
Hartings historischer Sieg

Eine Deutschland-Flagge um die Hüften auf der Hürdenstrecke: Diskuswerfer Robert Harting genoss seinen historischen Triumph ausführlich. Dabei lief es im Wettbewerb noch alles andere als optimal für den Berliner.
  • 2

LondonGold, endlich Olympia-Gold! Mit einem Urschrei schleuderte Diskus-Herkules Robert Harting die Zwei-Kilo-Scheibe auf 68,27 Metern - im fünften Versuch war dem Weltmeister damit der entscheidende Konter gelungen. Der 27-jährige Berliner hielt am Dienstagabend dem enormen Erfolgsdruck im größten Wettkampf seines Lebens stand und triumphierte nach zwölf Jahren als erster deutscher Leichtathlet bei Olympischen Spielen. „Es war echt spannend, auf jeden Fall. Ich bin selbst ein bisschen überrascht. Selbst der Siegeswurf war alles andere als optimal“, kommentierte Harting.

Mit sieben PS im Arm und einer Abwurfgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern schnellte sein Diskus beim Siegeswurf in den Londoner Nachthimmel. Die Vorgabe des 2,01 Meter großen Athleten konnte in einem dramatischen Finale auch der bis dahin mit 68,18 Metern führende Iraner Ehsan Hadadi nicht mehr überbieten.

Der WM-Dritte wurde mit dieser Leistung Zweiter. Bronze ging mit 68,03 an den Esten Gerd Kanter, den Olympiasieger von Peking 2008. Als Hadadi seinen letzte Chance vergeben hatte, zerriss Harting wie bei seinen beiden Weltmeisterschaftstiteln 2009 und 2011 im Siegesrausch unter lautem Gebrüll sein Nationaltrikot. Dann hüllte er sich in eine Deutschland-Fahne und startete zur Ehrenrunde. Er hatte sogar noch Kraft, um fast einen gesamten Hürdenlauf hinzulegen. „Das ist absolut geil gerade“, sagte er im ZDF-Interview: „Ich freue mich für Deutschland und Berlin“, erklärte er strahlend im Regen.

„Das ist der Olympiasieger, auf den wir fest gebaut haben. Wie er den Druck ausgehalten hat, ist fantastisch. Es lastete der Druck einer ganzen Leichtathletik-Nation auf ihm“, sagte Thomas Kurschilgen, der Sportdirektor des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Martin Wierig aus Magdeburg kam bei seinem Olympia-Debüt mit 65,85 Metern auf den sechsten Platz. „Ich habe geschafft, was ich mir vorgenommen habe“, kommentierte er.

Vor Hartings Siegeswurf war der letzte goldene Olympia-Tag für die deutsche Leichtathletik der 29. September 2000, als in Sydney die Weitspringerin Heike Drechsler gewann. Der letzte Diskus-Olympiasieg lag noch weiter zurück: 1996 in Atlanta wurde Lars Riedel gefeiert. Davor gelang dies nur noch Rolf Danneberg (1984) und Jürgen Schult (1988).

Seite 1:

Hartings historischer Sieg

Seite 2:

„Ich will dieses verdammte Gold“

Kommentare zu " Sechstes Gold für Deutschland: Hartings historischer Sieg"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Was bitte, haben deutsche Leichtathleten mit dem Eurodesaster zu tun? Ihr Kommentar entbehrt jedweder Logik und ist einfach nur überflüssig und dumm!

  • Im Medallienspiegel sind wir auf Augenhöhe mit Kasachstan.

    Das passt zu der ruinösem EUro-Ideologie und dem Wunsch der Politik Deutschland abzuschaffen. Also wofür noch Sportler beklatschen die den gleichen Geburtsfehler haben: deutsch.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%