Sexueller Missbrauch
Angeklagter Schwimm-Trainer wäre bei Kenntnis des Falls nicht mitgenommen worden

Ein Trainer des Deutschen Schwimm-Verbandes muss sich wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht verantworten. Deutschlands Chef de Mission, hätte ihn nicht mit nach London genommen, wenn er früher davon erfahren hätte.
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LondonDeutschlands Chef de Mission bei den Olympischen Spielen hat sich im Fall des wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen angeklagten deutschen Schwimm-Trainers zurückhaltend geäußert. DOSB-Generaldirektor Michael Vesper ließ am Samstag in London allerdings erkennen, dass man den Mann nicht nominiert hätte, wenn der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) im Vorfeld Kenntnis über den Fall gehabt hätte.

„Ich habe erst gestern davon erfahren. Zwar gilt in 'dubio pro reo'. Aber wenn wir eher davon erfahren hätten, hätten wir gegen ihn entschieden und ihn zu Hause gelassen“, sagte Vesper. Wie der DOSB waren nach eigenen Angaben auch der Deutsche Schwimm-Verband sowie der Heimverein des Trainers nicht über das Gerichtsverfahren in der nächsten Woche informiert.

„Ich habe mit ihm noch nicht gesprochen. Aus meiner Sicht hat er Urlaub. Wir warten erst mal ab, wie sich das entwickelt. Es gibt immer eine Unschuldsvermutung“, sagte DSV-Leistungssportdirektor Lutz Buschkow.

Der Schwimm-Trainer muss sich vom kommenden Dienstag an vor dem Kieler Amtsgericht verantworten. Oberstaatsanwalt Axel Bieler hatte am Freitagabend einen entsprechenden Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag) bestätigt.

Die Anklage wirft dem Mann vor, sich von August 2004 bis März 2006 in 18 Fällen an einer damals minderjährigen Schwimmerin vergangen zu haben. Der Verteidiger des Trainers, Kai Dupre, wies die Vorwürfe der Anklage auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa zurück.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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