Usain Bolt bei Olympia
Der schnellste Mann der Welt auf Werbetour

Heute läuft Usain Bolt auf seiner Lieblingsdistanz, den 100 Metern, erneut um Gold. Ein Titel ist ihm nicht zu nehmen – der des Werbekönigs. Der Jamaikaner ist der Liebling der Sponsoren, Olympia eine riesige Werbetour.
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DüsseldorfMilliarden Zuschauer werden gebannt vor dem Fernseher sitzen, wenn acht Athleten am Sonntagabend in die Startblöcke steigen. Der 100-Meter-Sprint der Männer ist der Höhepunkt der Olympischen Spiele. Im Fokus steht ein 25-jähriger Jamaikaner, der mit seinem Weltrekord von 9,58 Sekunden als erster Mensch die 100 Meter unter 9,6 Sekunden lief: Usain Bolt. Dominierte der Sprinter bei den Spielen in Peking 2008 noch mit drei Goldmedaillen, ist sein Sieg dieses Mal kein Selbstläufer. Sein Landsmann Yohan Blake war zuletzt schneller.

Doch egal, wie das Rennen ausgeht, ein Titel ist Bolt nicht zu nehmen – der des Werbekönigs. Nach Angaben des Magazins „Forbes“ verdient er in diesem Jahr 20,3 Millionen Dollar. Nur 300.000 Dollar davon sind Preisgelder, den Großteil streicht er durch Werbeverträge ein. Die Fachzeitschrift „Sportspro“ kürte Bolt zum Athleten mit dem weltweit größten Markenpotenzial. Demnach ist die „Marke Bolt“ für Sponsoren wertvoller als die der Fußballstars Lionel Messi und Cristiano Ronaldo.

Olympia ist für Bolt eine gewaltige Werbetour. Im Umfeld der Spiele nehme der Sprinter unter anderem Termine für Puma, den Getränkeproduzenten Gatorade und Luxus-Uhrenhersteller Hublot wahr, sagt seine Sprecherin. Zudem habe er kürzlich Verträge mit Nissan, Visa Europe und Virgin Media geschlossen. Im „Team Bolt“ arbeiten inzwischen neben einem Trainer und einem Masseur gleich fünf Agenten, Manager und PR-Profis.

Für internationale Kampagnen sei Bolt das perfekte Gesicht, sagt auch Andreas Ullmann, Experte beim Kölner Institut Sport+Markt. „Auf der ganzen Welt fasziniert Zuschauer die Frage, wer der schnellste Mensch ist. Jeder versteht die Regeln, der gesamte Wettbewerb kann in den Nachrichtensendungen gezeigt werden“, sagt Ullmann. Bolt habe mehr als nur Sprinterqualitäten. „Er bietet eine Show. Mit seinen Grimassen vor den Starts polarisiert er, er hat einen hohen Wiedererkennungswert.“ Auch spontane Einlagen, wie Bolts „Flirt“ mit dem Maskottchen Berlino nach seinem Weltrekord-Lauf 2010 machten ihn sympathisch.

Knapp zehn Sekunden wird es dauern, dann steht fest, ob Bolt seine außergewöhnliche Karriere weiter vergoldet.

Massimo Bognanni ist Reporter im Handelsblatt Investigativ-Team.
Massimo Bognanni
Handelsblatt / Reporter im Investigativ-Team

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  • Mir ist bei diesem Artikel noch unverstaendlicher, warum die Formel 1 nicht auch bei Olympia mitmacht.

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