Weiternutzung der Sportanlagen
Das schwierige Olympia-Erbe

Unter der Prämisse „Nachhaltigkeit“ sollen, anders als bei vorigen Spielen, die in London neu gebauten Anlagen weiter rege genutzt werden. Ausgerechnet beim Prunkstück, dem Olympia-Stadion, ist das mehr als schwierig.
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LondonWäre es nach dem Londoner Bürgermeister Boris Johnson gegangen, wäre das Problem schon seit gut einem Jahr gelöst. Im März vergangenen Jahres gab er grünes Licht für Vertragsverhandlungen mit seinem Wunschmieter des Olympia-Stadions im Osten der Hauptstadt: dem Fußballverein West Ham United.

Doch Johnson hatte diese Rechnung ohne die Europäische Union gemacht. Brüssel grätschte dazwischen ­- nach einem anonymen Hinweis. Der Deal mit West Ham verstoße gegen die EU-Beihilferegeln, entschied Brüssel. Denn der Fußballverein sollte einen kommunalen Kredit in Millionenhöhe für die Übernahme des Stadions bekommen.

Londons Bürgermeister sowie die London Legacy Development Corporation (LLDC), die im öffentlichen Auftrag nach künftigen Nutzern der olympischen Wettkampfstätten sucht, mussten daher noch einmal von vorn beginnen. Derzeit konkurrieren vier verschiedene Bewerber miteinander, die das Olympia-Stadion nach den Sommerspielen übernehmen wollen.

Der in der abgelaufenen Saison wieder in die Premier League aufgestiegene Klub West Ham ist erneut darunter, ebenso wie der Drittliga-Fußballverein Leyton Orient. Hinzu kommen die Schule für Fußballmanagement „University College of Football Business“ sowie das Unternehmen Intelligent Transport Services (IST), wie die LLDC vor wenigen Tagen verkündete. Die Firma IST will gemeinsam mit der Formel 1 ein Grand-Prix-Rennen in London veranstalten und dafür das Olympia-Stadion sowie Flächen in der Umgebung nutzen.

Die Organisatoren der Olympischen Spiele in London haben sich von Beginn an auf die Fahnen geschrieben, die extra für das Mega-Ereignis errichteten Bauten so gut es geht auch weiter zu nutzen. Spiele der Nachhaltigkeit hat die britische Regierung versprochen. Für die meisten Sportstätten gibt es daher bereits detaillierte Pläne für die Zeit nach 2012, um die Investitionen wieder hereinzuholen und die Gebäude nicht einfach vor sich hin rotten zu lassen - wie einst nach den Olympischen Spielen in Athen.

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