Das IOC und der Kampf gegen Doping
Und niemand hat gedopt

Keine positive Probe und viel Zuversicht im Kampf gegen Doping. So lautet die Zwischenbilanz des IOC bei den Spielen. Doch die Fortschritte könnten durch die Veröffentlichung der Nachtests von Turin getrübt werden.
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SotschiDas Internationale Olympische Komitee sieht Fortschritte im Kampf gegen die Sportgeißel Doping. „Man sieht, dass die Kontrollen immer engmaschiger und intelligenter werden und damit auch der Abschreckungswert höher wird“, erklärte IOC-Präsident Thomas Bach. Man sehe, dass im Kampf gegen Doping offensichtlich Fortschritte gemacht würden. „Unsere Aufmerksamkeit muss gelten, die sauberen Athleten vor Dopingbetrügern zu schützen. Dafür unternehmen wir alles“, so Bach.

IOC-Chefmediziner Arne Ljungqvist sieht für Doping-Betrüger bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi wenig Chancen, unentdeckt zu bleiben. „Wir sagen den Athleten, wenn sie sich dopen, werden wir sie über kurz oder lang finden“, sagte der schwedische Chef der Medizinischen Kommission des IOC am Samstag. Bei den bisher vorgenommenen 1799 von 2453 geplanten Doping-Tests sind keine positiven Blut- oder Urinproben entdeckt worden.


„Das ist keine Überraschung. Ich hatte nicht vermutet, dass die Leute hier betrügen“, sagte Ljungqvist. „Das zeigt, wie abschreckend unser System ist.“ Er führt dies auf die Rekordzahl von Kontrollen, aber auch auf die gezielten Tests abseits der Medaillenkämpfe zurück. „50 Prozent aller Tests werden außerhalb der Wettkämpfe vorgenommen. Darauf haben wir den Fokus gelegt“, erklärte er.

Auch das Einfrieren der Doping-Proben von Sotschi für zehn statt wie bisher acht Jahre erhöht die Chance, Betrüger anhand neuer Analysemethoden auch viel später noch zu ertappen. „Wir werden zum Beispiel Nachtests auf den Missbrauch mit dem Wachstumshormon machen“, kündigte Ljungqvist an.

Die Nachtests der Winterspiele von 2006 in Turin sind abgeschlossen. Allerdings teilte das IOC mit, die Ergebnisse noch nicht bekanntgeben zu können. Zu Mutmaßungen, das IOC wolle mit der Veröffentlichung warten, um die Sotschi-Spiele nicht zu beeinträchtigen, sagte Ljungqvist: „Der Abschlussbericht liegt noch nicht vor. Wenn wir ihn haben, werden wir die Resultate bekanntgeben. Tut mir leid, so läuft das.“

Seit den Olympischen Spielen 2004 in Athen lässt das IOC die Doping-Proben einfrieren. Nach den Sommerspielen 2008 in Peking konnte so einem halben Dutzend Olympia-Startern nachträglich Doping nachgewiesen werden. „Ich hoffe, dass bald viel mehr Sportverbände ebenfalls die Proben von ihren Großveranstaltungen einfrieren. Das ist eine wichtige Sache“, forderte Ljungqvist. Bekannt ist, dass der Leichtathletik-Weltverband IAAF und auch die deutsche Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) Tests aufbewahren. Pro Jahr werden in den IOC-Laboratorien in der Welt rund 250 000 Proben untersucht.

Die Proben der Sotschi-Spiele werden in einem hochmodernen Labor im Olympia-Park analysiert. Der Leiter des Moskauer Analyselabors, das im November von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) suspendiert wurde, führt auch die Außenstelle in der russischen Olympia-Stadt. Allerdings hat das IOC ihm vier Direktoren aus anderen Labors zur Seite gestellt. „Das ist eine zusätzliche Absicherung, dass alles absolut integer abläuft“, sagte Ljungqvist.

Bei den Winterspielen 2010 in Vancouver hatte es einen Doping-Fall gegeben. Jeweils sieben Athleten waren 2002 in Salt Lake City und 2006 in Turin mit verbotenen Mitteln am Start.



Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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