Eishockey-Spektakel mit NHL-Stars
Die Kufen-Cracks starten Mission Gold

150 NHL-Stars sollen das Eishockey-Turnier im Bolschoi Dom zum besten der Geschichte machen. Der größte Druck lastet auf dem russischen Team. Doch auch die USA und Vancouver-Champion Kanada haben etwas zu beweisen.
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SotschiMit vier Sondermaschinen aus Nordamerika machten sich die besten Eishockey-Cracks der Welt auf den Weg zum wichtigsten Gold von Sotschi. Die Superstars Alexander Owetschkin, Sidney Crosby und Jaromir Jagr führen von Mittwoch an im funkelnden Bolschoi-Dom das wohl größte Spektakel bei diesen Winterspielen auf. Für Russlands Puck-Helden zählt in der Heimat nur eins: der Olympiasieg. „Druck? Ich mag Druck!“, tönte Owetschkin vor dem Kräftemessen mit seinen Rivalen aus der NHL. Fast 150 Profis aus der nordamerikanischen Eliteliga sollen das Turnier zum besten der Geschichte machen.

Ob die NHL ihre Cracks auch 2018 freistellt, steht derzeit in den Sternen. Eishockey-Weltverbandschef René Fasel hofft auf eine Teilnahme der NHL-Stars. Der Schweizer sagte der Nachrichtenagentur AP, er werde alles versuchen, um die nordamerikanische Liga wie in diesem Jahr zu einer Pause während der Saison zu überreden. Dadurch haben die besten Spieler der Welt die Chance, für ihre Länder an den Winterspielen teilzunehmen. Seit 1998 schickt die NHL ihre Cracks zu Olympia, vor Sotschi hatte es aber massive Proteste von Clubeignern gegeben, die keinen Nutzen in der Abstellung ihrer Hauptakteure sehen.

Fasel kündigte an, in der nächsten Woche in Sotschi mit NHL-Boss Gary Bettman zu sprechen. Eine Verlegung des Eishockey-Turniers zu Sommerspielen, die in die spielfreie Zeit der internationalen Ligen fallen, lehnte Fasel ab.

Am Schwarzen Meer haben sich fast alle Stars der Szene eingefunden. Die Favoritenrollen sind nicht klar verteilt, Russlands Verteidiger Andrej Markow findet: „Mehr als die Hälfte der Nationen hier kann Gold holen.“ Am meisten erwartet wird von den Russen, die in der Post-Sowjetunion-Zeit kein Gold mehr gewinnen konnten. „Man merkt, wie viel der Präsident und alle Leute für diese Spiele getan haben“, sagte Stürmer Ilja Kowaltschuk, „und sie sind sehr stolz. Wir werden ein Turnier auf höchstem Niveau sehen und ein großes Finale.“

In diesem stehen dann die Russen, wie eine ganze Nation hofft. „Meine Pläne für den 23. Februar? Ich möchte das Finale spielen und Olympia-Gold gewinnen“, sagte Owetschkin am Dienstag.

Olympiasieger im eigenen Land - das ist den Kanadiern vor vier Jahren bereits gelungen. Nun geht es für das Team um „Sid the Kid“ Crosby darum, auch in der Ferne zu glänzen. Eine Faustregel gilt nämlich seit mehr als 50 Jahren: Die USA oder Kanada können außerhalb Nordamerikas kein Gold holen. Der größte Gegner der nur aus NHL-Profis zusammengesetzten Teams ist in Sotschi zunächst der Jetlag - und die Eingewöhnung an die größere Eisfläche. „Die Tore stehen aber auch hier in der Mitte“, spöttelte Kanada-Coach Mike Babcock.

Den Auftakt in das zwölftägige Eishockey-Schauspiel am Schwarzen Meer machen am Mittwoch (18.00 Uhr MEZ) Vize-Weltmeister Schweiz gegen Lettland und Tschechien gegen Schweden in einem Duell zweier Olympiasieger. Mit den Tschechen Jagr und Petr Nedved sowie Daniel Alfredsson bei den Skandinaviern treffen dabei auch drei Ü40-Puckveteranen aufeinander, die ihren Abschied von Olympia geben. Oder doch nicht? Von den Winterspielen „hat man nie genug“, sagte Alfredsson, „ich habe das Gefühl, ich könnte noch ewig weitermachen“.



Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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