Eisschnelllauf: Deutsche Medaillenhoffnungen enttäuschen

Eisschnelllauf
Deutsche Medaillenhoffnungen enttäuschen

Welch bitterer Abschied für Jenny Wolf: Zwar wurde die Berlinerin noch Sechste über die 500-Meter-Strecke im Eisschnelllauf, glücklich war sie damit aber nicht – genauso wenig wie die deutsche Meisterin Judith Hesse.
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SotschiDas war's! Nun will Jenny Wolf Schriftstellerin werden. Die olympische Karriere der Berliner Eisschnellläuferin ging am Dienstag ohne Erfolgserlebnis zu Ende. Nach schlechtem ersten Lauf reichte es für die 35-Jährige im 500-Meter-Rennen von Sotschi am Dienstag mit 75,67 Punkten (37,93 Sekunden + 37,73) nur zum sechsten Rang. „Das ist schon tragisch, aber man kann es nicht ändern. Warum soll ich mich deswegen ärgern?“, meinte Jenny Wolf nach ihrem letzten Olympia-Rennen. Ihre Teamkollegin Judith Hesse wurde nach zwei Fehlstarts im ersten Lauf disqualifiziert.

Olympiasiegerin wurde wie schon in Vancouver die schweigsame Favoritin Lee Sang Hwa. Die Südkoreanerin setzte sich mit 74,70 Punkten (37,42 + 37,28) vor der Russin Olga Fatkulina (75,06 - 37,57 + 37,49) durch. Lee, die in Salt Lake City in 36,36 Sekunden einen Fabel-Weltrekord aufgestellt hat, bleibt in dieser Saison ungeschlagen. Bronze ging an Margot Boer (75,48 - 37,77 + 37,71 ), die damit in Sotschi bereits die achte Medaille für die niederländischen Eisschnellläufer sicherte. Die Chinesin Zhang Hong sorgte im ersten Lauf in der schwächeren ersten Gruppe für einen Aufreger, als sie in 37,58 Sekunden einen Bahnrekord fixierte. Doch der Konter von Lee saß: Sie drückte die Marke noch einmal auf 37,42 und ließ im finalen Durchgang sogar einen olympischen Rekord in 37,28 Sekunden folgen.

Für Wolf lief es dagegen nicht nach Plan. Durch Probleme in der zweiten Kurve vergab sie die erhoffte Medaille schon im ersten Lauf und rangierte nur auf Platz acht (37,93). Immer wieder schüttelte Wolf den Kopf. Im zweiten Lauf steigerte sie sich dank starkem Beginn (10,29) zwar auf 37,73 Sekunden, doch die fünfmalige Weltmeisterin konnte mit dem Ende ihrer olympischen Karriere nicht zufrieden sein. „Es ist heute nicht optimal gelaufen“, räumte Teamchef Helge Jasch vorsichtig ein. Am Tag zuvor hatte sich die Hauptstädterin mit der Kampfansage „Ich will gewinnen“ noch Mut gemacht - aber gleich zugegeben, dass dies in Sotschi einer Sensation gleich käme. Es blieb beim Medaillentraum. „Sie hätte es verdient gehabt, einen tollen Abschluss zu machen mit einer Medaille“, meinte Cheftrainer Markus Eicher.

Wie ihr Leben nun künftig ganz ohne Sport ablaufen soll, ist ihr noch nicht ganz klar. „Ich werde mir neue Herausforderungen suchen“, betonte Wolf, nachdem sie parallel zur Sport-Karriere den Magister in Literatur, Soziologie und Linguistik machte und gleich noch ein Masterstudium in Betriebswirtschaft anschloss. Nun will sich die Leseratte voraussichtlich als Schriftstellerin ausprobieren. „Das Thema könnte der Sport sein, aber auf keinen Fall eine Biografie. Das ist sicher“, sagte sie zu ihren Zukunftsplänen. Die deutsche Meisterin Judith Hesse konstatierte unterdessen ihren „persönlichen Pechtag“. Fassungslos schlug sie nach dem zweiten Fehlstart die Hände auf den Kopf. Sie konnte ihr Missgeschick kaum fassen. Trainer Stephan Gneupel eilte sofort zu ihr und tröstete seine weinende Athletin. „Ich kann dem Starter nicht die Schuld geben. Wenn man einen Fehlstart hat, muss man beim zweiten Versuch stehenbleiben“, meinte sie unter Tränen. Durchaus passabel schlug sich Debütantin Denise Roth aus Mylau auf Platz 21, Gabriele Hirschbichler aus Inzell belegte Rang 34.

Die deutsche Meisterin Judith Hesse wurde nach zwei Fehlstarts disqualifiziert. Sie konnte ihr Missgeschick kaum fassen. Trainer Stephan Gneupel eilte sofort zu ihr und tröstete seine weinende Athletin. „Ich kann dem Starter nicht die Schuld geben. Es ist auf jeden Fall mein persönlicher Pechtag. Wenn man einen Fehlstart hat, muss man beim zweiten Versuch stehenbleiben“, meinte sie unter Tränen. Akzeptabel schlug sich Denise Roth aus Mylau in 39,08 Sekunden (23.). Gabriele Hirschbichler (Inzell) rangiert auf Platz 34 (39,82).

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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