Gold für Deutschland
Loch siegt und schließt die Lücke

Felix Loch hat es geschafft: Vier Jahre nach dem Sieg in Vancouver hat der Rodel-Champion auch in Sotschi triumphiert. Der 24-Jährige verwies die Altmeister Demtschenko und Zöggeler auf die Plätze.
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Krasnaja PoljanaAusgelassen wie nie feierte Überflieger Felix Loch seinen zweiten Olympia-Triumph. Völlig losgelöst herzte der Rodel-König in der Eisrinne des Sanki Sliding Centre seine Freundin Lisa und bescherte den deutschen Athleten das ersehnte erste Gold bei den Winterspielen in Sotschi. „Überwältigend, das ist einfach nur geil“, frohlockte Loch. „Das ist die Krönung einer perfekten Saison.“

Wie vier Jahre zuvor bei seinem Olympia-Sieg von Vancouver ließ der 24-Jährige in vier Läufen der Konkurrenz keine Chance. Angefeuert von seiner Freundin Lisa und Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer sorgte der junge Berchtesgadener damit für die erhoffte Initialzündung bei den deutschen Rodlern. Mit einem weiteren Coup am Donnerstag in der Team-Staffel kann Loch nun zu seinem Vorbild Georg Hackl, der dreimal Gold einfuhr, aufschließen. Nach der Blumenzeremonie drückte ihn die Rodel-Legende an die Brust. „Das ist ein guter Start fürs ganze Team“, lobte Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes. „Ein Vorzeigeathlet, einer wie man ihn sich backen möchte.“

Nach Anfangsschwierigkeiten landete Loch im Flutlicht-Rennen von Krasnaja Poljana einen überlegenen Sieg. Russlands Altmeister Albert Demtschenko lag vor den Augen von IOC-Präsident Thomas Bach am Ende 47 Zehntelsekunden hinter seinem 18 Jahre jüngeren deutschen Kontrahenten. Freuen durfte sich auch der Italiener Armin Zöggeler, der im wohl letzten Einzelrennen seiner Karriere noch einmal Bronze einfuhr - es war die sechste Medaille in Serie für den Südtiroler.


Der WM-Zweite Andi Langenhan verbesserte sich im letzten Lauf noch um einen Rang auf Platz vier. „Ich fühle mich ganz wohl“, sagte der Vancouver-Fünfte in der ARD. „Ich habe mit Platz drei geliebäugelt, es hat leider nicht geklappt.“ Routinier David Möller beendete seine dritten Winterspiele dagegen als 14. mit einem enttäuschenden Resultat. Am Montag starten die Frauen um Weltmeisterin Natalie Geisenberger mit ebenfalls besten Gold-Chancen in ihr Olympia-Rennen.

„30 Athleten werden hier eine gute Linie fahren, aber nur fünf eine gute Zeit“, hatte Loch vor seinem Wettkampf auf die Tücken der Bahn hingewiesen. Und der Berchtesgadener sollte mehr als Recht behalten: Allein Loch und Demtschenko waren am Ende noch einigermaßen eng beieinander, bereits Zöggeler als Dritter hatte deutlich mehr als eine Sekunde Rückstand. Im Rodel-Sport mehr als eine Ewigkeit.

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Nur im ersten Durchgang kurz gewackelt

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