Langläufer Axel Teichmann: „Das wärmste Rennen meiner Karriere“

Langläufer Axel Teichmann
„Das wärmste Rennen meiner Karriere“

Die deutschen Langläufer gehen über 15 Kilometer durch die Hölle. Hitze und eine matschige Loipe machen das Rennen zur Tortur. Axel Teichmann überzeugt mit Kämpferqualitäten und wird Achter. Ein Schweizer holt Gold.
  • 0

Krasnaja PoljanaNach dem letzten olympischen 15-Kilometer-Rennen seiner Karriere stand Axel Teichmann schwitzend in der Sonne und schüttelte ungläubig den Kopf. „Ich bin eigentlich Wintersportler geworden, um meinen Sport im Winter zu betreiben und nicht im Sommer. Es war definitiv das wärmste Rennen meiner Karriere und ein Kampf vom ersten Meter an“, stellte der 34-Jährige nach seinem hervorragenden achten Platz fest und fügte mit Blick auf die Staffel am Sonntag hinzu: „Ich hoffe, wir können uns nach dieser Strapaze innerhalb von 48 Stunden erholen.“

Beim zweiten Gold-Triumph des Schweizers Dario Cologna bei den Sotschi-Spielen litten auch die anderen deutschen Langläufer bei frühlingshaften Temperaturen weit über dem Gefrierpunkt Höllenqualen. „Die Taktik lautete: Nicht zu schnell angehen und dann überleben“, berichtete Hannes Dotzler. Als Elfter verpasste der Sonthofener knapp die angestrebte Top-Ten-Platzierung.

Jens Filbrich, der im Mai gemeinsam mit Teichmann eine große Abschiedsparty gibt, war nach Platz 14 völlig ausgepumpt. „Es ging einfach nur darum, durchzukommen. Das Rennen kam mir doppelt so lang vor. Es nahm einfach kein Ende“, berichtete der Frankenhainer.

Teichmann, der auf dieser Strecke zweimal Weltmeister geworden war, kam dagegen mit jedem Kilometer besser in Schwung. „Das war meine beste Saisonleistung im wichtigsten Rennen der vergangenen zwei, drei Jahre“, stellte er zufrieden fest.

Nach einem lieben Gruß an seine Frau Steffi („Alles Gute zum Valentinstag“) verteilte er dann ein dickes Lob an die Techniker. „Die Loipe fühlte sich an wie ein Wasserfilm auf Schneematsch. Was die Jungs geleistet haben, war phänomenal. Das war der beste Nass-Ski, den ich je am Fuß hatte“, sagte der Thüringer.

Auch Bundestrainer Frank Ullrich hob die Arbeit des Teams hinter dem Team hervor: „Das war heute eine Materialschlacht, bei der wir gut aufgestellt waren.“ Zufrieden war er auch mit der sportlichen Leistung seiner Schützlinge. „Wir gehören zur Weltspitze. Das stimmt uns optimistisch für die Staffel“, bilanzierte Ullrich. „Vor allem Axel hat am Schluss viel gutgemacht.“

Ein überragendes Rennen lief Cologna, der schon zum Auftakt im Skiathlon triumphiert hatte. Der Schweizer setzte sich schon nach fünf Kilometern an die Spitze des Feldes und gab die Führung nicht mehr ab. Unter den Augen ihres Königs Carl XVI. Gustaf demonstrierten auch die Schweden ihre Stärke und eroberten durch Johan Olsson und Daniel Richardsson Silber und Bronze.

Cologna belohnte sich mit dem Sturmlauf zum insgesamt dritten Olympiasieg - schon in Vancouver hatte er über 15 Kilometer gewonnen - für die Qualen der vergangenen Monate. Im Herbst hatte er sich bei einem Sturz alle Bänder im Fuß gerissen und danach verbissen um seine Olympia-Chance gekämpft. „Es ist unglaublich. Wieder eine Goldmedaille“, sagte der Champion.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Langläufer Axel Teichmann: „Das wärmste Rennen meiner Karriere“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%