Olympischer Super-G bleibt Elch-Revier: Norweger Jansrud siegt

Olympischer Super-G bleibt Elch-Revier
Norweger Jansrud siegt

Erneut triumphiert ein Norweger im Super-G: Kjetil Jansrud. Ein altbekannter US-Fahrer schockt mit später Startnummer die Konkurrenz, Teamkollege Miller weint und freut sich über Bronze. Zwei Mitfavoriten gehen leer aus.
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Krasnaja PoljanaNorwegens Skirennfahrer haben ihre Siegesserie im olympischen Super-G fortgesetzt. Kjetil Jansrud gewann am Sonntag bei den Winterspielen von Sotschi und sorgte für den vierten norwegischen Olympiasieg nacheinander in dieser Disziplin. Der Olympia-Dritte in der Abfahrt lag in 1:18,14 Minuten drei Zehntelsekunden vor Andrew Weibrecht aus den USA. „Es hat gepasst, bin ein bisschen überrascht“, sagte Jansrud, der nur einmal zittern musste: Mit der späten Startnummer 29 schockte der Amerikaner Weibrecht mit Zwischenbestzeiten die Führenden des spannenden Rennens.

„Am Start war ich ganz ruhig, aber als Andrew gefahren ist, war ich sehr nervös“, erklärte Sieger Jansrud. Er sorgte nach Kjetil André Aamodt (1992, 2002, 2006) und Vancouver-Olympiasieger Aksel Lund Svindal bereits für den fünften norwegischen Sieg im achten olympischen Super-G.

Weibrecht hatte bereits bei den Vancouver-Spielen vor vier Jahren als Dritter auf dem Super-G-Podest gestanden, trotzdem war seine Fahrt auf Platz zwei eine Überraschung. „Ich hatte viele Operationen, es ist die beste Zeit zurückzukehren“, erklärte Weibrecht. Er vergab das mögliche Gold erst durch eine suboptimale Zieleinfahrt. Jan Hudec aus Kanada und US-Skistar Bode Miller wurden zeitgleich Dritte. Das Duo lag jeweils 0,53 Sekunden hinter Jansrud.

Miller zeigte die gewohnt spektakuläre, aber auch fehlerhafte Fahrt. Lange sah es so aus, dass seine frühe Startnummer 13 Glück bringt, doch dann pulverisierte Jansrud Millers Bestzeit. Ehefrau Morgan spendete mit einer innigen Umarmung Trost im Zielraum. Am Ende war der 36-Jährige froh über seine erste Medaille dieser Winterspiele und wischte sich Tränen aus dem Auge.

„Da sind sehr viele Emotionen dabei, es war ein schweres Jahr für mich. Jetzt eine Medaille zu haben und es war so eng, das ist schon sehr speziell“, sagte Miller, der privat durch einen Sorgenrechtsstreit um seinen Sohn harte Zeiten erlebte. Eine Hundertstelsekunde brachte dem Kombinations-Olympiasieger von 2010 die Medaille. „Manchmal braucht man Glück, und heute hatte ich es.“ An ein Karriereende wollte er nach seiner sechsten Olympia-Medaille nicht denken: „Mir macht Rennfahren Spaß.“

Die Österreicher Otmar Striedinger und Max Franz verpassten ebenso wie Norwegens Mitfavorit Aksel Lund Svindal Edelmetall nur um wenige Hundertstelsekunden. „Ich war auch nicht gut genug, es ist schlechtes Timing“, sagte Vancouver-Olympiasieger Svindal. In den Bergen von Krasnaja Poljana ging der Gesamtweltcup-Zweite bislang leer aus. Pech hatte Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer. Nach guter Zwischenzeit fuhr der Österreicher an einem Tor vorbei.

Wegen des warmen Wetters war der Wettbewerb um eine Stunde vorverlegt worden. Trotz weicher Piste hatten aber auch die hinteren Startnummern noch akzeptable Bedingungen. Deutsche Speed-Fahrer hatten sich nicht für diese Winterspiele qualifiziert.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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