Sicherheit in Sotschi
Zwei Kriegsschiffe gegen zwei Kriminalbeamte

Wie groß ist die Terrorgefahr für Olympia? Die USA entsende zum Schutz Kriegsschiffe und Flugzeuge nach Sotschi. Das deutsche Team bringt lediglich zwei Beamte des BKA mit – und vertraut sonst auf die Arbeit Russlands.
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Sotschi, WashingtonVor Beginn der Olympischen Winterspiele hat US-Präsident Barack Obama mit seinem Nationalen Sicherheitsrat über die Bedrohungslage in Sotschi beraten. Er habe dabei den Russen volle Unterstützung und Zusammenarbeit angeboten, teilte das Weiße Haus am Dienstag (Ortszeit) mit. Obamas Team, bestehend aus den ranghöchsten Militärs und Ministern, habe ihm versichert, alle angemessenen Schritte zum Schutz der Amerikaner getroffen zu haben, die die Winterspiele besuchten.

Der Präsident habe die Mitglieder seines Sicherheitsrates zudem aufgefordert, eng mit der russischen Regierung zusammenzuarbeiten. Jede neue Information über die Sicherheitslage bei den Winterspielen müsse genau begutachtet werden und bei Bedarf zu entsprechenden Reaktionen führen.

Nach Attentaten in Wolgograd mit mehr als 30 Toten Ende Dezember sowie neuen Drohungen von Islamisten hatten die USA Russland im Anti-Terror-Kampf Hilfe angeboten, um die Sicherheit am Olympiaort zu erhöhen. Erst jüngst trafen zwei US-Kriegsschiffe nach russischen Militärangaben im Schwarzen Meer ein. An Bord seien 600 Angehörige der US-Navy.

Terroristen hatten zuletzt in der russischen Großstadt Wolgograd Anschläge mit mehr als 30 Toten verübt. Das Nationale Anti-Terror-Komitee teilte mit, dass diese Blutbäder aufgeklärt und die beiden Selbstmordattentäter identifiziert worden seien. Die radikalen Islamisten, die im Konfliktgebiet Nordkaukasus für einen von Moskau unabhängigen Gottesstaat kämpfen, hatten sich zuvor in einem Video zu den Anschlägen bekannt.

Die Organisatoren garantieren die Sicherheit in Sotschi für alle Teilnehmer: „Wir haben im Moment keine aktuelle Bedrohungslage“, sagte Sicherheitschef Alexej Lawrischew vor Journalisten im Olympiapark. „Die Lage ist unter Kontrolle“, betonte er. Zu den Terrordrohungen von Islamisten sagte er, dass auch die Geheimdienste anderer Länder, die in Sotschi arbeiten, keine akute Gefahr sähen.

„Vertreter von 30 russischen Sicherheitsstrukturen sind im Einsatz, darunter vom Innen- und vom Verteidigungsministerium sowie vom Inlandsgeheimdienst FSB“, sagte Lawrischew. Es gebe im Moment keine Terrorhinweise. Auch im benachbarten Konfliktgebiet Nordkaukasus, wo Islamisten mit Olympia-Attentaten gedroht hatten, sei die Lage unter Kontrolle. Besonders in der russischen Unruhe-Republik Dagestan hatte es zuletzt mehrere Anti-Terror-Einsätze gegeben. Dabei waren zahlreiche mutmaßliche Terroristen erschossen worden.

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  • Deutschland bringt zwei BKA Bamte mit nach Sotschi? Wenn man Bösartig wäre, könnte man sagen wozu mehr. Wer einen Anschlag in Sotschi´geplant hat, der hat schon vor Monaten Waffen und Munition im Olympiagebiet vergraben. Dann fehlen noch Täter die mit sauberen Ausweis aus einen Westlichen Staat ziemlich sicher einreisen können. Sollte es dann wirklich und hoffentlich nicht einen Anschlag geben, bilden wir doch erst einen Krisenstab, während die Amerikaner schon evakuieren.

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