Deutsche Medaillen in Rio

Gold für Reiter Jung, Sportschützin Karsch holt Silber

Geschafft: Am vierten Wettkampftag durften Deutschlands Olympia-Starter die ersten Medaillen bejubeln. Sportsoldatin Monika Karsch holt Silber. Davor jubelte Vielseitigkeitsreiter Jung über Gold im Einzel.
Monika Karsch freut sich über die Silbermedaille. Quelle: dpa
Rio 2016

Monika Karsch freut sich über die Silbermedaille.

(Foto: dpa)

Rio de JaneiroSportschützin Monika Karsch hat bei den Olympischen Spielen mit der Sportpistole überraschend die Silber-Medaille gewonnen. Die 33-Jährige aus Regensburg verlor zwar am Dienstag das Final-Match in Rio de Janeiro gegen die Griechin Anna Korakaki mit 6:8, durfte sich aber über den zweiten Platz freuen. Bronze ging in der Olympia-Schießanlage Deodoro an Heidi Diethelm Gerber. Die Schweizerin besiegte die chinesische Weltranglistenerste Zhang Jingjing.

Zuvor hatte Vielseitigkeitsreiter Michael Jung kräftig abgeräumt. Gut zwei Stunden nach Silber mit dem Team holte er sich wie vor vier Jahren in London Gold im Einzel. Jung hatte mit seiner Nullrunde im Team-Wettbewerb zugleich die Führung im Einzel-Klassement übernommen. Als letzter Starter im Olympia-Park Deodoro behielt er erneut die Nerven und kam ohne Strafpunkte ins Ziel. Silber ging an den Franzosen Nicolas Astier, Bronze an den Amerikaner Phillp Dutton mit Mighty Nice.

Karsch revanchiert historische Pleite von London

Vier Jahre nach der historischen Pleite von London, wo es erstmals seit 1964 keine Olympia-Medaille für den Deutschen Schützenbund gegeben hatte, holte Karsch damit in Brasilien das erste Edelmetall für den Verband. Mit der Luftpistole hatte sie am Sonntag nur den 25. Platz belegt.

Mit einer starken Leistung und 583 Ringen war Karsch in ihrer Spezialdisziplin als Vierte ins Finale der besten Acht eingezogen. Und dort überraschte sie als Zweite und hüpfte schon vor dem finalen Shootout jubelnd durch die Halle. Mindestens Silber war ihr nicht mehr zu nehmen - das wusste die Bayerin. Dort glich sie dank einer bravourösen Aufholjagd nach einem 0:6-Rückstand noch zum 6:6 aus, doch am Ende triumphierte die 19 Jahre alte Griechin.

Beim Weltcup im April hatte Karsch bereits gemerkt, dass ihr die Anlage in Rio liegt. Damals kam sie beim Weltcup auf Platz vier - ein Resultat, das sie nun bei Olympia gehörig toppte.

Keiner ist schneller als Usain Bolt
Usain Bolt
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Für die Fotografen posiert der Jamaikaner Usain Bolt wieder als "Blitz Bolt", nachdem er das Finale über 200 Meter bei den Olympischen Spielen in Rio gewonnen hat. Bolt peilt nun endgültig das Triple-Triple an: Den dritten Gold-Hattrick über 100 m, 200 m und 4x100 m nach 2008 und 2012. Mit dann neun Goldmedaillen würde er mit dem Finnen Paavo Nurmi (1920 bis 1928) und Carl Lewis aus den USA (1984 bis 1996) gleichziehen.

David Storl
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Am Ende des verpatzten Medaillenkampfes zog Kugelstoßer David Storl das Wettkampf-Shirt mit der Aufschrift „Germany“ über seinen Kopf. Für ihn war es im Kugelstoß-Ring zum Verzweifeln. „Ich bin gar nicht vor dem Stoß runtergekommen, konnte überhaupt nichts mit meiner Bewegung anfangen“, berichtete der zweimalige Welt- und Europameister nach dem olympischen Finale am Donnerstag total frustriert. „Dann kommt halt so etwas heraus. Ich hätte auch aus dem Stand stoßen können.“ 20,64 Meter reichten nur zum siebten Platz und dem Eingeständnis: „Das war natürlich schlecht und schon enttäuschend, das Ganze.“

David Storl
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Der starke Sachse wird die bittere Enttäuschung von Rio wegstecken müssen, um von neuem angreifen und erfolgreich stoßen zu können. „Es ist ein kleiner Tiefpunkt“, sagte er - aber kein Grund zur Resignation. „Es geht immer bergauf und bergab. Da gab es schon ganz andere, die sich aus so einem Tal herausgekämpft haben.“

Posieren für die Kameras
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Die US-amerikanischen Leichtathletin Brianna Rollins (M.) feiert ihre Goldmedaille im 100-Meter-Hürdenlauf. Zweite und Dritte wurden Nia Ali (r.) und Kristi Castlin.

Beachvolleyball
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Barbara Seixas aus Brasilien zeigt im Finale vollen Körpereinsatz, verliert dennoch gegen die deutschen Frauen.

Königinnen im Beachvolleyball
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Laura Ludwig (l.) und Kira Walkenhorst feiern ihren Sieg im Beachvolleyball – und schreiben Geschichte: Als erstes europäisches Frauen-Team überhaupt gewannen sie eine Medaille.

Sieg für Deutschland
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Historisches Gold für Ludwig und Walkenhorst. Sie haben das Team das Gastgebers besiegt, in einer beliebten Sportart des Landes, an der Copacabana, wo das Herz dieser Sportart schlägt.

Sportdirektor Heiner Gabelmann hatte schon vor dem Finale gesagt, dass er sehr zufrieden sei, „weil ihre Nominierung nicht unumstritten war. Also haben wir alles richtig gemacht.“ Aufgrund des Doppelstartrechts einiger Gewehrschützen konnte Karsch noch nachnominiert werden.

Die 33 Jahre alte Sportsoldatin trug im Finale ein Amulett um den Hals mit einem Foto ihrer Kinder Lina (3 Jahre) und Bruno (5). Und der Glücksbringer wirkte. „Ein Gedanke ist immer in der Heimat“, hatte sie vor dem Halbfinale gesagt, ehe sie nach dem Finale gemeinsam mit ihrem Ehemann und Trainer Thomas jubeln konnte.

Die bislang letzte deutsche Olympiasiegerin im Schießen bleibt 1988 Silvia Sperber, die in Seoul mit dem Kleinkaliber-Gewehr im Dreistellungskampf gewonnen hatte.

Die stärkste Leistung in der Qualifikation war Jingjing mit 592 Ringen gelungen. Im Kampf um die Medaillen zählten die Vorleistungen jedoch nicht mehr, das Finale wurde im Duell-Modus ausgetragen. Und ausgerechnet die Chinesin ging leer aus.

  • dpa
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