Deutschland gegen Fidschi
Deutschland braucht ein Schützenfest

Mit dem Unentschieden gegen Südkorea haben die deutschen Olympia-Fußballer ihre Chance auf das Viertelfinale gewahrt. Nun müssen sie am Mittwoch gegen die Freizeit-Kicker der Fidschi-Inseln ran. Erklärtes Ziel: Ein Schützenfest.

Rio de Janeiro Zur Sicherheit hoch siegen oder im schlechtesten Fall nach Hause fliegen. Das sind die Möglichkeiten, mit denen Trainer Horst Hrubesch die deutschen Olympia-Fußballer gegen das Freizeitteam von den Fidschis konfrontieren und sie mental auf ein nicht leichtes Unterfangen einstellen muss. Das vorzeitige Aus hatte Hrubesch beim letzten Spiel gegen Südkorea schon im Hinterkopf. „Nach dem 2:3 habe ich kurz gedacht, dass ich gleich gratulieren muss“, ließ der 65-Jährige im Anschluss an das 3:3 (1:1) gegen Südkorea am Sonntag in Salvador wissen.

Nun stellen sich dem Hrubesch-Team am Mittwoch (21.00 Uhr MESZ/ARD) Männer in den Weg, deren Namen sehr exotisch sind. Indes: Torhüter Simione Tamanisau, die Verteidiger Praneel Naidu und Tony Tuivuna oder Stürmer Josefo Verevou dürften in keinem Fall die Qualitäten haben, um die DFB-Auswahl zum Scheitern zu bringen.

Mathematisch ist alles klar. In der Tabelle ist die Hrubesch-Elf mit zwei Punkten Dritter hinter Südkorea und Mexiko, die jeweils vier Zähler haben. Gibt es zwischen den beiden zeitgleich zum deutschen Spiel ein Unentschieden, braucht die Mannschaft des Deutschen Fußball-Bundes in Belo Horizonte gegen Fidschi einen Sieg mit mindestens fünf Toren Unterschied, um Zweiter zu werden.

Das Viertelfinale, in dem Portugal und Argentinien mögliche Gegner sind, wollen sich die Deutschen nicht mehr nehmen lassen. „5:0, 6:0, 7:0 - das muss unser Anspruch sein. Das wollen wir erreichen“, sagte der Kölner Torhüter Timo Horn. Ein gutes Vorzeichen ist, dass bei der WM 2014 die späteren deutschen Weltmeister an gleicher Stelle gegen Brasilien mit 7:1 gewannen.


Der Weg zu olympischem Ruhm nach 28 Jahren Abwesenheit eines deutschen Männerteams bei Olympia scheint aktuell sehr steinig. „Es ist schwer. Wir haben gesehen, dass die anderen Mannschaften auch gut aufgestellt sind und wir uns immer alles abverlangen müssen, um überhaupt mithalten und weit kommen zu können“, sagte BVB-Mann Sven Bender.

Man kann es sich leicht machen, wenn die Konkurrenz hilft: Ein deutscher Sieg gegen Fidschi reicht, wenn es auch zwischen Südkorea und Mexiko einen Sieger gibt. Gibt es keinen, muss Deutschland mit fünf Toren Differenz gewinnen, um bei Punkgleichheit dreier Teams in der Gruppe C mindestens Zweiter zu werden. Der Gruppensieg wäre sogar erreicht, wenn man bei dieser Konstellation mit neun Toren Differenz gegen Fidschi gewinnt.

Das ist die nahe Zukunft. Die Gegenwart nach dem dramatischen Remis gegen Südkorea muss nachdenklich stimmen. Fehlerquote und Leistungsabfall in der Schlussphase waren unübersehbar. „Man hat gesehen, dass die Mannschaft nicht voll im Saft steht und nach 70, 75 Minuten langsam auch die Kräfte zu Ende gingen“, bemerkte der Coach.

Quasi in letzter Sekunde wahrte Serge Gnabry die deutschen Chancen auf das Weiterkommen. Der Profi vom FC Arsenal traf in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum 3:3. In der 33. Minute hatte er bereits das zwischenzeitliche 1:1 besorgt. Den dritten Treffer hatte Davie Selke (55.) erzielt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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