IOC und Onlinehandel

Wie die Olympia-Herren Verbraucher täuschen

E-Commerce-Experten erheben schwere Vorwürfe gegen den Webshop des Olympischen Komitees: Er missachte grundlegende europäische Regelungen zum Verbraucherschutz. Worauf Kunden achten müssen.
Olympische Ringe an der Copacabana in Rio de Janeiro. Quelle: dpa
Olympische Spiele 2016

Olympische Ringe an der Copacabana in Rio de Janeiro.

(Foto: dpa)

Düsseldorf9,90 Schweizer Franken kostet die Einkaufstasche mit der Aufschrift: „Shopping is not a sport on the olympic programme“. Was das Olympische Komitee in seinem Webshop wohl witzig meint, hat einen wahren Kern. Denn wenn das IOC Einkaufen als olympische Disziplin betreiben würde, müsste es sich wohl selber disqualifizieren – wegen mangelnden Fairplays.

Das zumindest attestiert das Unternehmen Trusted Shops, das Gütesiegel für Webshops vergibt, dem IOC. Sie sehen „gravierende Mängel“ unter anderem bei Datenschutz, Verbraucherschutz  und Lieferbedingungen. Eine Überprüfung nach den Bedingungen, unter denen Trusted Shops Onlinehändler zertifiziert, habe ergeben, dass der Webshop des IOC 80 Prozent der Kriterien nicht erfüllt.

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Trusted Shops ist ein führender Aussteller von Gütesiegeln in Europa. Fast alle großen Webshops in Deutschland etwa haben sich von ihnen überprüfen lassen und tragen das Siegel des Unternehmens. Nach einer Studie des Beratungsunternehmens Elaboratum ist für deutsche Onlineshopper „Trusted Shops“ das mit Abstand wichtigste Gütesiegel – noch vor den Siegeln des TÜV.

„Wer sich mit seinem Shop an Verbraucher innerhalb der Europäischen Union wendet, der muss die gesetzlichen Regelungen der EU in seinem Shop einhalten – selbst wenn der Sitz des Shops nicht einmal in einem Mitgliedsstaat liegt“, erläutert Carsten Föhlisch, Rechtsexperte bei Trusted Shops. Das IOC selbst gibt sich angesichts der Vorwürfe sehr einsilbig. „Der Webshop des Olympischen Museums ist mit der Unterstützung von E-Commerce-Experten erstellt worden, auf deren Expertise wir voll vertrauen“, teilt das IOC mit. Auf die konkreten Kritikpunkte geht es inhaltlich auf Nachfrage nicht ein.

Was die Deutschen alles über ihr Handy einkaufen
Shopping via Smartphone
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Die Deutschen haben das Shopping über das Smartphone für sich entdeckt: Laut einer Untersuchung von Deals.com sollen 2015 in Deutschland 14,4 Milliarden Euro über mobile Endgeräte umgesetzt werden – eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr. Durchschnittlich landen dabei 54 Euro im mobilen Warenkorb. Damit liegt Deutschland noch hinter den USA mit 74 Euro und Großbritannien mit 56 Euro. Die Franzosen hingegen geben weniger aus: Dort sind es nur 50 Euro.

Wofür die Deutschen das meiste Geld ausgeben...

10. Platz
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Den zehnten Platz der beliebtesten mobil gekauften Güter von Januar bis Juni 2015 belegen die Haushalts- und Gartenwaren mit 8,4 Prozent.

9. Platz
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Technik und Elektronik landet mit 9,4 Prozent auf dem neunten Platz der Güter, die die Deutschen am häufigsten über ihr Handy shoppen.

8. Platz
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Büroklammern, Stifte, Post-its oder Papier: Schreibwaren und Bürobedarf kaufen die Deutschen auch über das Smartphone. Die Kategorie landet auf dem achten Platz mit 9,8 Prozent.

7. Platz
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Dank Apps wie Facebook oder Xing dürften Smartphone-Nutzer keinen Geburtstag im Freundes- und Bekanntenkreis mehr vergessen. Praktisch, wenn man dann direkt über das Handy auch noch ein Geschenk oder Blumenstrauß bestellen kann. Viele Deutschen haben das schon erkannt: Blumen und Geschenkartikel erreichen 9,8 Prozent.

6. Platz
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Für einen neuen Kleiderschrank oder die schicke Designer-Vase muss man nicht mehr zwangsläufig das Sofa verlassen: Denn auch Möbel und Einrichtungsgegenstände können über das Handy eingekauft werden. Die Kategorie liegt mit 10,2 Prozent auf dem sechsten Platz.

5. Platz
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Auch das Spielzeug für den Nachwuchs kaufen viele Deutschen bereits über ihr Smartphone: Hobbyartikel und Spielzeug erreichen mit 12,6 Prozent den fünften Platz.

Dabei sind die Vorwürfe von Trusted Shops durchaus schwerwiegend. Beispiel Widerruf: In der EU dürfen Kunden einen Onlinekauf innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Der IOC-Shop informiert darüber nach Angaben von Trusted Shops nur „sehr verkürzt und fehlerhaft“. Außerdem schränke er das Widerrufsrecht unerlaubt ein, so dürften beispielsweise Waren nur in Originalverpackung zurückgeschickt werden.

Bei welchen Kriterien der IOC-Shop durchfällt
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