Olympia 2016

Kerber und Siegemund im Tennis-Viertelfinale

Tennis-Freude in Rio: Angelique Kerber und Laura Siegemund haben es bei Olympia Steffi Graf und Anke Huber nachgemacht und kämpfen um den Einzug in die Runde der letzten vier. Serena Williams schied überraschend aus.
Update: 10.08.2016 - 01:17 Uhr
Angelique Kerber hat sich gegen die Kanadierin Eugenie Bouchard durchgesetzt. Quelle: AP
Rio 2016

Angelique Kerber hat sich gegen die Kanadierin Eugenie Bouchard durchgesetzt.

(Foto: AP)

Rio de JaneiroSo gut waren die deutschen Tennis-Damen bei Olympia seit 24 Jahren nicht mehr. Wimbledon-Finalistin Angelique Kerber und Spätstarterin Laura Siegemund kämpfen nach Zweisatz-Siegen im Achtelfinale an diesem Mittwoch in Rio um den Einzug in das Halbfinale. Erstmals seit 1992 mit Steffi Graf und Anke Huber mischen damit zwei deutsche Spielerinnen im Viertelfinale mit - die Sommerspiele in Barcelona endeten mit einer Silbermedaille für Tennis-Ikone Graf.

Die Weltranglisten-Ersten Serena Williams aus den USA wiederum ist überraschend schon im Achtelfinale ausgeschieden. Die topgesetzte Olympiasiegerin von London unterlag der Ukrainerin Jelina Switolina nach 1:11 Stunden mit 4:6, 3:6. Switolina trifft in der Runde der letzten Acht auf die Tschechin Petra Kvitova.

Die Weltranglisten-Zweite Angelique Kerber unterstrich mit einem über weite Strecken starken Auftritt am Dienstag ihre Ambitionen und warf die frühere US-Open-Siegerin Samantha Stosur mit 6:0, 7:5 aus dem Turnier.

Kerber zieht ohne Probleme weiter

Nun will sich die Viertelfinalistin von 2012 auch nicht von Johanna Konta stoppen lassen. Gegen die Britin hatte die Kielerin auf ihrem Weg zum ersten Grand-Slam-Sieg im Januar bei den Australian Open im Halbfinale gewonnen. „Die geht raus und hat nichts zu verlieren“, sagte sie.

Kerber hatte in ihrem Achtelfinale gegen die Australierin Stosur zunächst keinerlei Probleme. 32 Minuten benötigte sie für den souverän gewonnen ersten Satz. Im zweiten Durchgang wurde es etwas spannender. Nach einem Break zum 4:2 vergab Kerber wenig später ihren Matchball mit einem Doppelfehler. Stosur gelang daraufhin das Rebreak zum 5:5. Kerber ließ sich nicht beirren, nahm der Australierin postwendend den Aufschlag wieder ab. Sie bejubelte ihr Break zum 6:5 mit einem „Komm jetzt“. Wenig später machte sie dann alles klar. „Ich bin froh, dass ich es noch in zwei Sätzen geschafft habe“, sagte sie.

Keiner ist schneller als Usain Bolt
Usain Bolt
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Für die Fotografen posiert der Jamaikaner Usain Bolt wieder als "Blitz Bolt", nachdem er das Finale über 200 Meter bei den Olympischen Spielen in Rio gewonnen hat. Bolt peilt nun endgültig das Triple-Triple an: Den dritten Gold-Hattrick über 100 m, 200 m und 4x100 m nach 2008 und 2012. Mit dann neun Goldmedaillen würde er mit dem Finnen Paavo Nurmi (1920 bis 1928) und Carl Lewis aus den USA (1984 bis 1996) gleichziehen.

David Storl
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Am Ende des verpatzten Medaillenkampfes zog Kugelstoßer David Storl das Wettkampf-Shirt mit der Aufschrift „Germany“ über seinen Kopf. Für ihn war es im Kugelstoß-Ring zum Verzweifeln. „Ich bin gar nicht vor dem Stoß runtergekommen, konnte überhaupt nichts mit meiner Bewegung anfangen“, berichtete der zweimalige Welt- und Europameister nach dem olympischen Finale am Donnerstag total frustriert. „Dann kommt halt so etwas heraus. Ich hätte auch aus dem Stand stoßen können.“ 20,64 Meter reichten nur zum siebten Platz und dem Eingeständnis: „Das war natürlich schlecht und schon enttäuschend, das Ganze.“

David Storl
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Der starke Sachse wird die bittere Enttäuschung von Rio wegstecken müssen, um von neuem angreifen und erfolgreich stoßen zu können. „Es ist ein kleiner Tiefpunkt“, sagte er - aber kein Grund zur Resignation. „Es geht immer bergauf und bergab. Da gab es schon ganz andere, die sich aus so einem Tal herausgekämpft haben.“

Posieren für die Kameras
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Die US-amerikanischen Leichtathletin Brianna Rollins (M.) feiert ihre Goldmedaille im 100-Meter-Hürdenlauf. Zweite und Dritte wurden Nia Ali (r.) und Kristi Castlin.

Beachvolleyball
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Barbara Seixas aus Brasilien zeigt im Finale vollen Körpereinsatz, verliert dennoch gegen die deutschen Frauen.

Königinnen im Beachvolleyball
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Laura Ludwig (l.) und Kira Walkenhorst feiern ihren Sieg im Beachvolleyball – und schreiben Geschichte: Als erstes europäisches Frauen-Team überhaupt gewannen sie eine Medaille.

Sieg für Deutschland
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Historisches Gold für Ludwig und Walkenhorst. Sie haben das Team das Gastgebers besiegt, in einer beliebten Sportart des Landes, an der Copacabana, wo das Herz dieser Sportart schlägt.

Mit dem 6:4, 6:3 über die Belgierin Kirsten Flipkens zog Siegemund ins Viertelfinale ein und bekommt es nun mit Monica Puig aus Puerto Rico zu tun. „Für mich ist das jetzt schon eine Riesenleistung. Ich habe bestätigt, dass ich hier sein darf. Das, was kommt, ist Sahnehäubchen“, sagte die Metzingerin.

Noch zwei Siege fehlen den beiden verbliebenen deutschen Teilnehmern, damit sie wie zuletzt Tommy Haas 2000 mit Silber eine Einzelmedaille feiern können. Auch Siegemund ist bei ihrer Olympia-Premiere eine Überraschung zuzutrauen. „Ich glaube, dass sie so einen Schwung mitbringt, dass sie jeden schlagen kann“, sagte Bundestrainerin Barbara Rittner. „Es ist beeindruckend, wie sie sich präsentiert.“

In der Runde der besten Acht wird Siegemund vermutlich all ihre Energie benötigen. Als Weltranglisten-32. steht die Taktikerin zwei Plätze besser da als Puig. Gespielt hat sie noch nie gegen ihre nächste Kontrahentin, die überraschend die French-Open-Siegerin Garbiñe Muguruza abfertigte.

Trotz allem Ehrgeiz will Siegemund Olympia vor allem genießen. Sie versucht, einen Tick entspannter zu sein - und hat damit Erfolg. Das ist jedoch nicht einfach für eine Perfektionistin wie sie. „Aber ich habe gelernt, manchmal auch locker zu lassen. Dann kommt viel mehr positive Energie vom Kopf“, sagte die Spätstarterin.

  • dpa
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