Olympia-Ticket-Skandal

Festgenommenes IOC-Mitglied lässt Ämter ruhen

Vor den Augen von Reportern ist am Mittwoch in Rio de Janeiro das IOC-Mitglied Patrick Hickey von der Polizei aus dem Hotel gebracht worden. Der Ire soll im Verdacht stehen, an einem Ticketskandal beteiligt zu sein.
Update: 17.08.2016 - 20:28 Uhr
Allein für die Eröffnungsfeier sollen falsche Tickets im Wert von bis zu 7200 Euro zum Kauf angeboten worden sein, hieß es einem Medienbericht. Quelle: dpa
Olympia-Tickets

Allein für die Eröffnungsfeier sollen falsche Tickets im Wert von bis zu 7200 Euro zum Kauf angeboten worden sein, hieß es einem Medienbericht.

(Foto: dpa)

Rio de JaneiroDas irische IOC-Mitglied Patrick Hickey lässt wegen der Vorwürfe des Schwarzhandels mit Olympia-Tickets seine olympischen Ämter ruhen. In einer Erklärung des Nationalen Olympischen Komitees Irlands vom Mittwoch hieß es, Hickey habe sich zu diesem Schritt entschlossen, bis die Sache aufgeklärt sei. „Herr Hickey erfüllt alle Auflagen des Haftbefehls“, teilte das NOK mit. Er liege als Vorsichtsmaßnahme derzeit im Krankenhaus. Auch der Gesundheitszustand habe den 71-Jährigen bewogen, sich zeitweise zurückzuziehen.

Der ehemalige Judoka Hickey ist seit 2012 Mitglied der IOC-Exekutive, der einflussreichen Führungsspitze, und zudem Präsident der wichtigen Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees Europas (EOC) sowie Vizechef der Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees (ANOC).

Wegen des Verdachts auf Verwicklung in einen Olympia-Ticket-Skandal wurde er am Mittwoch in Rio de Janeiro festgenommen worden sein. Hickey sei am Morgen in einem Hotel nahe des Olympia-Parks in Rios Stadtteil Barra in Gewahrsam genommen worden und wegen seines Gesundheitszustandes dann in ein Krankenhaus gebracht worden, hieß es unter Berufung auf Reporter am Hotel weiter.

Vogel schafft's hauchdünn, Hambüchen krönt Turn-Karriere
Großes Karriereende
1 von 13

Fabian Hambüchen krönt seine Turn-Karriere mit dem Olympiasieg am Reck. Der erfolgreichste Deutsche der Turn-Geschichte siegt vor dem Amerikaner Danell Leyva und dem Briten Nile Wilson. Es ist das erste Turn-Gold für die Deutschen seit dem Erfolg von Andreas Wecker aus Berlin bei den Spielen 1996 in Atlanta.

Strandgold?
2 von 13

Laura Ludwig und Kira Walkenhorst erreichen an der Copacabana das Endspiel des Beachvolleyball-Turniers. Das Duo aus Hamburg schaltet im Halbfinale die topgesetzten Brasilianerinnen Larissa/Talita aus. Damit spielt erstmals ein deutsches Beach-Frauenteam bei Olympischen Spielen um Gold.

Das erste Finale im Fußball
3 von 13

Deutschlands Frauen (im Bild Torschützin Sara Däbritz) machen mit einem Jubiläumssieg den erstmaligen Einzug ins Olympia-Finale perfekt. Auf dem Weg ins Endspiel gegen Brasilien-Bezwinger Schweden besiegt der Europameister Kanada mit 2:0 und feiert den 300. Erfolg der Länderspiel-Geschichte.

Hauchdünn zu Gold
4 von 13

Kristina Vogel sprintet bei den Bahnrad-Wettbewerben zu Gold. Die Erfurterin bezwingt im Finale die Britin Rebecca James – und verliert im Zieleinlauf des zweiten Durchgangs ihren Sattel. Im Keirin verpasst Weltmeister Joachim Eilers hingegen eine Medaille.

Bronze sicher
5 von 13

Artem Harutyunyan beschert dem Deutschen Boxsport-Verband die erste olympische Medaille seit zwölf Jahren. Der Halbweltergewichtler aus Hamburg zieht durch einen 3:0-Punktsieg gegen den Türken Batuhan Gözgec ins Halbfinale ein und hat Bronze bereits sicher.

Keine Chance gegen China
6 von 13

Die deutschen Frauen verpassen die Final-Sensation gegen Favorit China. Die Silbermedaille bei den Rio-Spielen ist aber ein großer Erfolg. Han Ying (l.), Petrissa Solja (r.) und Shan Xiaona verlieren das Endspiel mit 0:3 gegen die Seriensiegerinnen aus China.

Im kühlen Nass
7 von 13

Hier sehen Sie einen deutschen Medaillengewinner mal anders...

Vom Internationalen Olympischen Komitee gab es dazu zunächst keine Bestätigung. Nach Angaben des irischen Senders RTE will die Polizei in Rio am Vormittag (Ortszeit) eine Pressekonferenz abhalten.

In der vorigen Woche hatte die Polizei in Rio de Janeiro den aus Irland stammenden Chef einer britischen Ticketfirma mit falschen Eintrittskarten ertappt und festgenommen. Er soll mehr als 1000 Olympia-Tickets zu überhöhten Preisen gehandelt haben.

Auch eine Mitarbeiterin, die auch als Übersetzerin während der Olympischen Spiele arbeite, sei festgenommen worden. Die Firma soll bereits in einen Schwarzmarkt-Skandal bei der Fußball-WM 2014 verwickelt gewesen sein.

Allein für die Eröffnungsfeier sollen Tickets im Wert von bis zu 7200 Euro zum Kauf angeboten worden sein, hieß es einem Medienbericht. Die Übergabe an mehrere Käufer sei in einem Hotel im Stadtteil Barra geplant gewesen, die Polizei habe das auf frischer Tat vereitelt. Insgesamt sollten Tickets für Top-Events für bis zu 2,8 Millionen Euro (10 Millionen Reais) verkauft werden.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Olympia-Ticket-Skandal - Festgenommenes IOC-Mitglied lässt Ämter ruhen

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%